Wie sich die klimatischen Bedingungen auch in der Gemeinde Oberthal verändern

Gemeinde Oberthal

Das dritte trockene Jahr in Folge was uns allen zwar herrliche Sommertage bescherte - die wir sicher auch genossen haben - bereitet unserer Natur hingegen riesengroße Probleme. Das merkt nicht nur jeder 

Hobbygärtner wenn er mit Freude seinen Garten hegt und pflegt und die wochen- ja monatelange Trockenheit die Ernteerträge doch erheblich schmälert. Es entwickelt sich zunehmend auch zu einem existenziellen Problem für all diejenigen in unserer Gesellschaft, die von den landwirtschaftlichen Produkten und den Erträgen die sie hier erzielen leben.

 

Auch für uns als Kommune werfen diese klimatischen Veränderungen mit lange andauernden trockenen Sommermonaten Fragen auf, wenn es um die künftigen Anpflanzungen von Baumsetzlingen im Gemeindewald geht. Welche Baumarten haben angesichts dieser klimatischen Entwicklungen überhaupt noch eine Wachstumschance?

 

An den massiven Schädigungen in unseren Fichtenwäldern wird uns bei jedem Waldspaziergang schmerzlich bewusst, wie massiv die Auswirkungen bereits erkennbar sind und an dem Preisverfall beispielsweise für Fichtenholz wirkt sich dies dann auch konkret finanziell für die Gemeinde aus. In der letzten Sitzung des Gemeinderates war die weitere Entwicklung des Waldes wieder Gegenstand der Beratungen, denn es ging hier um die Vergabe eines Auftrages zu Anpflanzungen im Gemeindewald.

 

Die Gemeinde beabsichtigt im Herbst 2020 die Pflanzung von 9.000 Douglasien, 2.000 Edelkastanien sowie 1.500 Weißtannen im Gemeindewald in Oberthal. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag zur Anpflanzung der ausgewählten Setzlinge einstimmig zu. Man darf schon gespannt sein, wie hier die Wachstumschancen stehen und welche Baumarten künftig den veränderten Bedingungen trotzen werden.

 

Wenngleich die Landwirte und auch so mancher Hobbygärtner über das heiße und lang anhaltende trockene Wetter in diesem Sommer klagten, so gibt es doch auch positives über das Jahr 2020 zu berichten. Wer bei einem Spaziergang über die Wiesen und Felder seinen Blick auf die Apfel- und Birnenbäume richtet, der darf feststellen, dass es in diesem Jahr hier eine überaus große Ernte gibt.

 

Nicht wenige Bäume sind unter der Last der Früchte regelrecht zusammengebrochen. Auffällig ist aber auch, dass bei vielen Obstbäumen die Eigentümer kein Interesse mehr an der Verwertung der Früchte haben. Zahlreiches Fallobst auf dem Boden und Äpfel und Birnen an den Ästen die dringend abgeerntet werden müssen und die wahrscheinlich auch als Fallobst enden. Das muss doch nicht sein!!!

 

Um hier Abhilfe zu schaffen hat man die Aktion „Gelbes Band“ ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um ein „Ernte-Projekt welches bereits deutschlandweit in vielen Kommunen läuft. Jetzt will man auch im Saarland diese Aktion in zahlreichen Kommunen starten. Hintergrund war, wie vorbeschrieben erläutert, dass Streuobstbäume immer häufiger nicht abgeerntet werden. Das Obst verfault auf und unter den Bäumen.

 

Um hier umgehend Abhilfe zu schaffen, beteiligt sich auch die Gemeinde Oberthal an der Aktion „Gelbes Band“. Aber hier geht es uns nicht allein um die kommunalen Flächen, auf denen Obstbäume aufstehen. In der Gemeinde Oberthal möchte man im Rahmen eines Pilotprojektes in Absprache mit dem Umweltministerium einen Schritt weiter gehen und die Aktion „Gelbes Band“ gerne auch auf die Privatparzellen ausweisen.

 

Dazu ist natürlich in allen Fällen zunächst einmal die Zustimmung desjeweiligen Grundstückseigentümers bzw. Pächters erforderlich. NUR DORT, wo ein gelbes Band für jedermann sichtbar am Stamm eines Obstbaumes angebracht ist, wird signalisiert, dass der Eigentümer /Pächter seine Zustimmung erteilt hat und das Obst jenes Baumes kostenlos und ohne Rücksprache geerntet werden darf.

 

Es dürfen nur die markierten Bäume abgeerntet werden und jeder, der Obst erntet, macht dies dann auf eigene Gefahr. Die Bäume und das Umfeld dürfen selbstverständlich nicht beschädigt werden und das Obst aus dieser Aktion darf nur für den eigenen Verbrauch (z. B. zum Einlagern oder zur Herstellung von Apfelsaft) jedoch nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

 

Interessierte Eigentümer bzw. Pächter, die uns bei der Aktion unterstützen möchten, finden Auskünfte bezüglich der Ausgabe des „Gelben Bandes“ und der übrigen Materialien bei den im Nachrichtenblatt mitveröffentlichten Informationen des Umweltministeriums. Die benötigten Materialien zur Kennzeichnung der Bäume bzw. der Grundstücke sind während der Öffnungszeiten der Gemeinde bei der Liegenschaftsabteilung erhältlich.

 

Gerne können Sie sich aber auch bei Rückfragen telefonisch an die Liegenschaftsabteilung bei der Gemeindeverwaltung unter der Telefonnummer 06854/9017-41 oder 9017-42 wenden.

Ihr Stephan Rausch Bürgermeister

 

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Kommentare: 2
  • #1

    apfelesser (Donnerstag, 08 Oktober 2020 17:27)

    tolle aktion mit dem gelben band! wenn jetzt noch ein paar ältere mal ihre obstwiesen oder wiesengrundstücke an junge und interressierte mitbürger verkaufen oder verpachten würden wäre ein weiterer schritt in die richtige richtung getan. der ogv gronig zb hat viele mitglieder, die sich für den kauf oder die pacht interressieren. aber viele sitzen ja leider wie ein fels auf ihrem ungenutzten land.

  • #2

    Apfelsaft (Donnerstag, 08 Oktober 2020 18:37)

    Wie wäre es, die Besitzer mal anzusprechen? Ich habe es getan und wurde von unserem Oberthaler Ortsvorsteher bestens bedient. Gelle Rainer!