Training an Silvester aus der Sicht eines digitalen HomeSoccer mit dem Hang zur Thekenphilosophie

Bilder: Isabelle Möller von 2019
Bilder: Isabelle Möller von 2019

Gemeinde Oberthal

Nicht nur die Tage werden wieder länger, nein auch die Texte des renommierten Reporters der AH-Mannschaft. Wer im Lockdown ist, hat Glück, der Rest sollte sich Urlaub nehmen für diesen Wälzer, wobei

 

wir hier nochmal ein Jahr zurückdrehen müssen.

 

Ich weiß, wir haben große Probleme in der Welt. Die Wissenschaft beobachtet mit Sorgfalt extragalaktische Radiogenominterferomonie, aber mit Sorge den Klimawandel und noch größeren Sorgenfalten - Gronig. Aber ich habe auch beobachtet, dass wir derweil in einer Gesellschaft leben, wo die egoistischen Interessen des Einzelnen mehr zählen, als meine. Und in so einer Welt braucht Ihr Orientierung, etwas woran Ihr glauben könnt, ein Heiler, ein Guru und das bin ich.

 

Nun werden sich viele Fragen, was qualifiziert mich eigentlich - vom Äußeren mal abgesehen - Euch die frohe Botschaft zu überbringen. Seit geraumer Zeit lebe ich im Exil. Auch wenn viele jetzt automatisch an Steinberg denken, nein mein Exil ist dem Euren gleich. Mein Exil nennt sich Abstinenz. Kommen wir so für einen kurzen Moment zum Wir, denn heute soll es ja um Euch gehen. Wir entsagen derzeit nicht dem Alkohol, denn dies würde keinen Sinn ergeben. Wir entsagen dem Versagen, was durchaus Sinn ergibt.

 

Dafür jedoch müssen wir ein wenig ausholen. Bevor unser Universum so einzigartig wurde, war die Erde eine Scheibe. Da war es relativ einfach dem Leder Schwung zu verleihen. Das Blöde daran war nur, so ne Scheibe ist halt irgendwie wie Bliesen. Begrenzt. Und so haben wir uns zusammengesetzt. Das Thema musste einfach nochmal abschließend besprochen und bewertet werden. Bewusst haben wir auf Weiber verzichtet, denn das Problem war ja, dass so ne Scheibe ja immer irgendwo ein Ende hat und da zu viele Oberthaler über den Rand hinausgeschossen haben, fand ich letztendlich auch eine Lösung.

 

Die drängende Frage war doch, können wir unseren Kindern eine Erde hinterlassen, wo so viel hinten runterfällt? Wir müssen an die Form der Erde nochmals ran. Getreu dem Motto »Vier Mann, vier Ecken.« machten wir die Sache rund. So veranlasste ich den Urknall und alles geriet zuerst einmal außer Kontrolle. Aber so habe ich letztendlich die Erde gebogen, obgleich eine Kontinentalplattenverschiebung gar nicht so einfach ist, vor allem wenn man nicht weiß, was man mit Namborn machen soll. An Sötern abgeben? Aber Sötern ist doch ne Verschwörungstheorie. Das Universum veränderte sich und bekam plötzlich einen Mittelpunkt, einen Sinn. Güdesweiler nannte man dies fortan. Das Tagwerk war vollbracht. 

 

 

Ja, es war nötig Euch an die Essenz des Essig zu erinnern. Denn dieses Jahr hat Lücken geschlagen. Lücken, die selbst ich nur schwer zu schließen in der Lage sein werde. Ich tauge nicht als Impfstoff. Ich bin eher der Typ Aphrodisiakum.

Damit wir nicht gänzlich die Erinnerung verlieren, hauche ich Eurem Geist noch einmal ein, wie es war zu jenen Zeiten, als wir noch ungeschoren davon kamen, wenn wir das Leder unachtsam verdroschen.

 

Silvesterball an der Gombach

Erinnert Ihr Euch noch? Im letzten Jahr, am letzten Tag, zur elften Stunde trafen wir uns. Herausgeputzt in strahlenden Vereinsfarben marschierten wir an die Gombach. Eisig war der Tag, doch sonnig und freudig entzückt. Viel dicke Unterwäsche umschlung die muskellosen Waden und blähte hier und da auch mal ne Hüfte auf.

Und erst der Andrang. Plötzlich fielen sie wie Schuppen aus den Augen über das schönste Dorf der Welt her. Zeitzeugen bemühten sich mit Vokabular der kaiserlichen Kriegsmarine, um erfassen zu können, was die Welt hier zu sehen bekam.

 

Da kamen Raketen, Torpedos, Granaten, Projektile, gar Harpunen und ab und an auch mal ein Schrapnell um die Ecke geschossen. Sie trudelten nach und nach ein, doch es war ein Überfall. Wie damals in Polen, nur hätte niemand bemerkt, dass die Wehrmacht damals in Polen eingetrudelt wäre. Nun, es sollte nicht sein. Ach, hätte doch unser Bürgermeister nur weniger Zeit damit verbracht, Steine am Momberg zu pflanzen und stattdessen einen vernünftigen Impfstoff entwickelt, so hätten wir auch dieses Jahr trainieren dürfen.

 

Das virtuelle Training

Nun haben wir ja bereitwillig die analoge Welt verlassen, uns ins HomeOffice begeben und erledigen alles digital. Was aber auch so seine Tücken hat. Habt Ihr mal versucht Kondome im Onlineshop bei Gardinen Zick zu bestellen? Allein die europäische Kondomnorm. Fünf Liter Flüssigkeit müssen in einem Kondom Platz finden und mindestens 16 Zentimeter muss es lang sein. Angeblich beruht die Regelung auf einer Initiative der Franzosen.

 

Noch schlimmer ist es die Dinger, so sie denn nicht passen - und ich hab sie alle anprobiert - wieder zurückzuschicken. Auf die Erstattung wart ich länger, als Müller, Boateng und Hummels auf nen Anruf von Jogi. Und so habe ich in dieser promiskuitivarmen Zeit die Gunst genutzt und das heutige Training virtuell durchzuspielen und war am Ende selbst überrascht vom Ergebnis. Es war wie Fußball auf RTL und dies weckt natürlich immer Erinnerungen an die Neunziger. Anpfiff mit Ulli Potofski und Wilfried Mohren. Wir möchten sofort mit dem Fuß in eine Werbetonne treten, um danach mit Andi Möller ein paar Schutzschwalben zu üben.

 

Experten am Spielfeldrand heute: Karlchen und Björn-Hergen Schimpf. In ihren besten Rollen als: Schmidt Juppche und Kaschpar Günther. Have fun! Noch bevor das Spiel beginnt, geben wir kurz in die Werbepause. Den ersten Spot schaltete das ZDF. Deren Blockbuster Aktenzeichen XY lässt uns wissen: „Vereine bitten um ihre Mithilfe! Gesucht wird: baumlanger Knipser mit Killerinstinkt. Hinweise bitte an die örtliche Transferbehörde.“ Nun, wir sind uns sicher, dass wir zwar was baumlanges heut sehen werden, aber ein Knipser? Ein Killer? Da kräht eher der Hahn in der Bibel ein viertes Mal! Aber nun beginnt das Spiel ...

 

Minute 1:

Geld schießt keine Tore bemerkte der Jupp ganz süffisant und glättete seinen Uwe Bein Schnautzer mit veganem Bartöl von Pro-Win, als der Federkeil Tobias den Anstoß machte.

 

Minute 3:

GronOberigthal spielt zuerst bergab, was dem Laub so gar nicht passt. Noch bevor er den ersten Fehlpass spielen durfte, hat er schon die Hälfte seiner Mitspieler angeschissen.

 

Minute 5:

Kurt Nofts wird am Ärmel gezupfelt. „Trainer“ fragt der Keller Christian die graue Eminenz, „warum spielt eigentlich mein Einlaufkind?“

Apropos Nofts Kurt ...

 

In diesem Jahr, so war es bereits festgeschrieben und verkündet, wollte der Nofts Kurt mit der ganzen Familie kommen. Also neben der Familiengrätsche, getarnt als Schwiegersohn, sollten heut auch die Töchter erscheinen. Dies führte vor dem Match zu Unruhen im Kabinentrakt. Plötzlich wollte ein jeder der Ball sein. Da bekommt die Bemerkung: „Knall mich an die Latte du Luder!“ ne vollkommen neue Bedeutung.

 

Minute 8:

Trinkpause. Puh, das war bislang ein aufreibendes Spiel. Die Inhalatoren werden kurz ausgetauscht, das ein oder andere Arthritis-Five macht die Runde und Steinweiler’s Dauerstudent Meikel von Ehr überlässt seinen Platz im Team bereits einem Mitspieler mit der Bemerkung: „Man sollte aufhören, bevor man müde ist!“

 

Minute 11:

Bärchenbildung im Mittelfeld. Die Werle Zwillinge verabreden sich spontan am Abend gemeinsam netzuflixen. Spontan verstand ich nettwichsen.

 

Minute 13,5:

Was ein lausiger Abschluss der Wanderdüne. Als würde Beethovens Mondscheinsonate mit einem Furzgeräusch enden. Nein, es war keine Zeitlupe, der läuft wirklich so langsam. Währenddessen versammeln sich Heroen vergangener Tag auf der Tribüne. Fredi kocht schon vor Wut sein eigenes Ur-Pils. Klaus-Peter steht Wacker daneben, während Klaus Simoniert, ob vom Mummerisch ein gronischer Ostwind aufzieht. Doch da Roobt sich Erich um die Ecke und reicht dem Dietmar einen Korn, oder war es ein Maria-Rainer Krohn?

 

Die Fußballwelt der Gemeinde hat sich beruhigt, was selbst dem japanischen Kommentartor, die sich für viel Geld die Rechte sicherten, auffällt, denn er bemerkte gegenüber seinen Zuschauern, als sich auf der Tribüne Merkel an den italienischen Präsidenten Berlusconi kuschelt: „Schon im Zweiten Weltkrieg arbeiteten Deutschland und Italien eng zusammen.“

 

Minute 18:

„Halten Sie die Luft an, und vergessen Sie das Atmen nicht.“ raunt der Günther Netzer aus Gronig dem Jupp Kappellmann aus Güdesweiler zu. „Da geht er durch die Beine, knapp an den Beinen vorbei, durch die Arme und der Klaus sieht aus, als hätte er einen Bouillon mit dem Boschhammer zubereitet.“

1:0 trotz Nichtangriffspaktes beim AHA Spiel, wo Abstand halten, Hyänen beachten und selbst im Alltag ne Gesichtsmaske zu tragen, zur Maxime berufen wurde. Nur hat dem Torwart wohl niemand gesagt, dass es keine Gurkenmaske sein sollte.

 

Nach dem ausgiebigen Jubel, der zum Einsatz diverser Sauerstoffgeräte führte zieht GronOberigthal die Notbremse. Kurzerhand wechselt man Bliesen ein. Bleibt zu hoffen, dass diesmal mehr aus der Vorstadt teilnehmen, sonst wird’s eng.

 

Minute 25:

Trainer Nofts hat den Wink nun auch verstanden. Endlich bringt er den Keller. Und der legt gleich los, wie ein Teufel vom Momberg. Würde mich nicht wundern, wenn er in der 30. Minute einen Bausparvertrag abschließt, in der 40. ein Haus baut, in der Halbzeit ein wenig weint, weil seine Kinder das Haus verlassen, in der 70. in Rente geht und in der 90. alt und zufrieden nach einem schönen, langen Leben im Kreise seiner Verwandten und Freunde sachte entschläft.

 

Minute 33:

Das Pressing beginnt. Beide Teams passen so heftig, man könnte meinen es steht ne Zwillingsgeburt an. Vor allem die Langen legen los, denn tagsüber, wenn in dieser Höhe auch die Sonne scheint, wird’s wärmer und der Nebel verzieht sich. Zum ersten Mal im Spiel sieht der Damberger den Laub und verkündet spontan die Parole des Spiels: „Jetzt saugt und bläst der Laubimann, wo Mutti sonst nur saugen kann!“

 

Minute 35:

1:1, endlich. Es hätte aber auch umgekehrt stehen können. Was für ein Knaller. Über Links tauchte der Keller ab, vor ihm fräste der Maldener alles nieder, dann flankt der Kurze zuckersüß auf den Langen. Der streckt sich, der reckt sich, der schraubt sich in die Höhe und nagelt das Leder mit dem Kopf in die Maschen.

 

Minute 41:

Noch immer fragt man sich auf den Rängen, was hier gerade passierte. Selbst der Bettle, bislang lediglich beim Verzehr der Stadionwurst aufgefallen, poliert zu seinen Ehren die eigenen Steigerknöpfe am BVB Jersey, welches er zu Ehren der Partie heut angezogen hat.

 

Minute 45:

Wolf-Dieter Ahlenfelder pfeift pünktlich zur Halbzeit. Nun, das ist ihm seit dem 8. November 1975 beim Spiel zwischen Bremen und Hannover nicht mehr gelungen.

Es gibt Tee. In verschiedenen Sorten. Blasen- und Nierentee, ebenso wie Bachblütten. Bouillon ist währenddessen aus. Steinberg interveniert. Sie wollen Korn.

Zeit das Spiel zu analysieren. Im Besonderen wird die Führung diskutiert. Denn ein weiteres Mal passierte etwas, was nie hätte passieren dürfen.

 

Damals schrieb Heribert Fassbender für den Kicker wie folgt über ein Tor:

„Es war wie eine Anomalie in der Matrix, so als würde man nach einer Darmspiegelung noch ein Abführmittel schlucken, als sich im hohen Bogen eine Flanke kurz vor der Grenze zu seinem Reich senkt und Jürgen Born to be wild zwar das Köpfchen streckte und dabei das Leder weit in die Horizontale, der Stratosphäre gleich bugsierte, um Minuten später und genau in jenem Moment als die Wanderdüne ins Gehege gewandert war, sich niedersenkte, um in den Armen des Bosch wilde Wollust zu empfangen.

Doch was machte Er? Er, der Luzie, dem Schrecken der Straße einst das Fürchten lehrte. Er, der dem Anton das Pünktchen entführte. Er, der einmal von einem Dreier gesprungen ist und die beiden Damen not amused waren. Er sank hernieder wie ein katholischer BH, um mit seinen mächtigen Fäusten dem Ball die Luft zu nehmen. In der Normalität des Faktischen ein physikalisch einwandfreier Vorgang, setzen die Fakten jedoch das Normative außer Kraft.

 

So fiel er wie ein nasser Sack vor der Wanderdüne auf die Knie und der Aufprall bugsierte die Düne in eine ungeahnte Höhe und selbst der Ball war so verunsichert vom Geschehen, dass er keine andere Wahl mehr hatte, als auf dem Köpfchen der Düne zu landen, um dann sanft wie eine Feder hinter der Linie die unendlichen Weiten zu entdecken.

 

Das hätte niemals passieren dürfen! Jeder, nur nicht Der! Er wusste just in jenem Moment, was in den Tagen danach passieren würde. In den Tagen danach? Bis an sein glücksbeseeltes Ende wird ihn nun ein Makel verfolgen.“

Alle nehmen wieder ihre Plätze ein, denn das Spektakel geht weiter. Walter Eschweiler übernimmt ab sofort das Kommando, denn Ahlenfelder ist verschollen. Auch die Ortsvorsteherin, die Ortsvorsteher, samt Bürgermeister sind nun endlich anwesend, denn bis in die Staatskanzlei an der Immweiler Wies hat sich inzwischen rumgesprochen, dass an der Gombach Geschichte geschrieben wird. Das kann ja heiter werden.

 

Denn jetzt geht’s ans Eingemachte. Plötzlich schnürren der schwarze Truchsess von Hammelbach und der rote Geheimrat vom Mummerisch ihre Schuhe. An solchen Tagen ist alles möglich. Auch der Alcalde kam nicht umhin sich einzumischen. Kurzerhand schickte er seine Brüder aufs Feld. Gleichmäßig verteilte er sie auf beide Teams. Via Schnick-Schnack-Schnuck wurde die Teamwahl entschieden. Okko zu den Roten und Expo zu den Gelben. Mal sehen, ob sie nicht selbiges auch sehen.

Jetzt sollte die Partie Fahrt aufnehmen. Jetzt geht’s ab wie bei Haffelpaff gegen

Slitzerin.

 

Minute 46:

Das Spiel beginnt. Die Gombacher bringen endlich Klaus Scheid. Warum dauerte es so lange? Nun gut, bis der Kerl alle Cousinge per Handschlag begrüßt hat, dauert halt. Hinzu kam noch, dass Pater Ignazius, der kurzerhand das Shopping im Action unterbrach, den kleinen Klaus zuerst noch taufen wollte.

 

Minute 47:

Auch die Steinberger haben mittlerweile wieder den Platz betreten. Wie eine Phalanx umringten sie ihre Geheimwaffe. Auf den Rängen hielt er es nicht länger aus, sein Hufscharren löste leichte Erdstöße aus, so motiviert war der Fred. Noch einmal im Leben den Nofts von den Beinen holen, das kann nur getoppt werden von einer Knubautobahn an der Steinberger Kerb.

 

 

Deckenhardt, immer wieder Deckenhardt. Während der erste und letzte Schnee des Jahres unentwegt herniederprasselt erwacht der Fink zu Leben. Wie aus einem entferntem Mohr erhob er sich, munterte seinen Uwe noch auf, indem er ihm noch Schaadt zurief um den Metzger zu animieren. Ganz still munkelt es in dieser Fraktion, der sich ein Gombacher Bub angeschlossen hat. Der Basti, der schummante sich doch im letzten Jahr tatsächlich in dieses Team. Jetzt hört man ständig vom Teammanager Reuben - welch klangvoller Name - wie er durch die Bergdorfarena brüllt: „Basti geh sofort von dem Polo runter, sonst hol ich den Johann!“

 

Minute 55:

Das heutige Spiel ist Werbung für alles, nur nicht für Fußball. Urplötzlich zimmert dem Schreiner sein Schwiegersohn ganz Mini-malistisch den Ball ans Aluminium. Einen ärgerlicheren Pfosten wird man selbst außerhalb der AfD-Führungsriege nicht so schnell wiederfinden. Potzblitz fand sich jedoch die Blieser Bande zusammen, um dem Spiel endlich eine persönliche Note zu geben.

 

Heiko schneidert kurz über der Grasnarbe heran, um das Leder zu erobern, passt noch im Fallen in eine Definitionslücke zu Thilo, der Klemmt die Kugel, dreht noch einmal das Haupt zu Theo, der heut zwar nach Lodz fahren wollte, sich dann aber für das Match entschied, um die Freigabe zu erhalten, bevor er Paddy Boy zum Sturmlauf ermutigte. Der Ulit das Leder rüber zu Müller, dessen Oberschenkel noch immer glänzen, da er noch immer die Hose von der WM 86 trägt - und warum? Weil er‘s kann.

 

Auf rechts taucht plötzlich der frische Franzose auf, nein, nicht Le Tartare, sondern Arthüüür. Noch vor knapp 40 Minuten wurde er für den Keller ausgewechselt und damit ist das Rätsel um das Einlaufkind auch endlich geklärt.

Nur leider wird sich Bliesen nie einig, werd das Tor denn nun schießen soll, weshalb die Fans auf den Rängen fröhlich sangen: „Oh, wie ist der schön!“

 

Minute 75:

Wo kommt plötzlich dieser Marokkaner her, dessen Name das Publikum jedesmal mit lautem Juchzen honoriert, wenn der Stadionsprecher ihn ausspricht. Lamouchi. Wahrscheinlich aber weil seine Bewegungen eher hölzern und gar nicht so katzenartig sind.

 

Zu diesem Zeitpunkt aber haben bereits die Spielerfrauen untereinander gewhatsappt, dass es eisgekühlten Prosecco an der Gombach gibt. Und wer möchte bei einer Frauenbewegung denn nicht teilnehmen, wo es so schön rhythmisch sein kann.

Übrigens der Marokkaner war der Jansen, der am Tag zuvor auf der Sonnenbank einschlief. Aber nun waren die Frauen ja halt mal da.

 

Minute 80:

 

Eigentlich sind AH-Spiele um diese Zeit schon um, da aber drei Fraktionen noch keinen Höhepunkt hatten, musste das Spiel verlängert werden. Dies lies die Frauen natürlich aufhorchen. „Wie, das geht? Die können den Höhepunkt verlängern? Wir dachten, dass könnten nur die zwei Berufssingles auf dem Platz?“ 

 

Minute 81:

Klaus und Alex lassen sich auswechseln.

Minute 82:

Jetzt kommt Energie ins Spiel. Gronig mischt sich ein. Andy, der Paul McCartney unter den Torhütern, kommt von der Penny Lane auf‘s Strawberry Field und zwar Forever. Christoph „Karius“ Jung hat seine Sache heut gut gemacht. Besser als im Finale gegen Real. Kurzerhand stellt er sich zu den beiden zuvor ausgewechselten.

Aber Paul hat das Leder, küsst sanft die Nath und bringt den Dauerrenner vom Rosenfeld ins Spiel.

 

Der schult noch kurz den Baum um und beginnt zu traben. Kurz vor der Mittellinie übergibt er an das Allerchen. Jetzt tikkat es, jetzt takkert es. Er ist die Doppel-Sex im Spiel und hätte sich eigentlich auch in Minute 81 auswechseln müssen, aber er hat noch Luft. Vorn kuckelt sich bereits der Uwe durch die Reihen. Pelle, der waschechte Dresdner Stollen kann vor lauter Übermut den Kleinen Thorsten gar nicht sehen und Sackt vor dem Kasten in sich zusammen. Hätte er doch den Ball doch nur getritzt!

 

Minute 84:

Es will einfach kein weiteres Tor fallen. Oberthal will nun die Entscheidung erzwingen. Nur, der Klaus is raus, der Laub vor lauter saugen nur noch am anblasen. Jetzt muss der Stefan das dägesen. Beim passen ruft er noch Pascal, Petry Heil! Und der Huck rennt los. Aber was ist denn bei den Oberthalern da los? Für den Klaus, da kam der Setz. Nun gut, der hat noch immer den Umhang von Fased um und ruft jedem zu, der ihm zu nahe kommt, pass off, isch beisse disch. Der Huck rennt immer noch. Mittlerweile wieder zurück. Jetzt wirft der Heiko auch noch mit dem Schu nach ihm? Ob das noch was wird? Nur, wenn der Laub wild wird ...

 

Minute 86:

Nun sind auch die Mannen der SFG aufgewacht. Angeführt von President‘s Evil himself muss nun eine Entscheidung gefunden werden. Mein Gott, was haben die alles reaktiviert? Und als die Wanderdüne endlich vom Platz war, wollten plötzlich alle spielen. Während Elmar noch den Pausenwein kelkelt, bedient sich der alte Jedi-Meister der Macht.

 

Der Hofmann von Mummerischs Gnaden lässt die Pille tanzen und wartet. Auf was wohl? Auf wen wohl? Klar auf Thor‘s Nagelhammer, der neuerdings unter dem Namen Jakobs beim FCS den zweiten Frühling feiert. Und auf den Gisch, der nur noch etwas brauch bis er in der Box angekommen ist, wobei er doch nur den Petry klatschen wollte, was dann aber der Getrey übernahm. Zum Glück veräußerte der Ternig zuvor noch einige Versicherungen, damit die Allianz nicht gänzlich zerfällt.

 

Minute 89,59:

Endlich die Qual hat ein Ende. Das Spiel ist aus. Zeit für ein Fazit.

Kein Team hat an ihrer Chancengleichheit gezweifelt, wollte kein Tor kassieren, was bis zur Führung auf der einen Seite auch gut klappte. Man hat sich über weite Strecken gegenseitig kastriert und es war wichtig, dass man sich 90 Minuten voll auf das nächste Spiel konzentrierte.

 

Die Sanitäter legen in der Zwischenzeit ihre Invasionen und Le Cousin raunt ins Stadionmikro: „Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Trainer sagte: Komm Klausi, zieh deine Sachen aus, jetzt geht´s los.“

Was aber passiert auf dem Platz? Endlich ein Höhepunkt. Kurt kommt. Fred auch. Auch die Spielerfrauen kommen nun endlich auf ihre Kosten. Beide haben den Schuß, also den Abpfiff wohl nicht gehört. Kurt erobert den Ball und tankt sich zum Trainingstor, wo der Fred nun endlich seiner Bestimmung nachkommen will. Dann aber schallt Helene Fischer durchs Stadion und der Kurdi und der Fredi nehmen sich in den

 

Arm und singen vergnügt:

„Atemlos durch die Nacht!

Fred und Kurt sind aufgewacht.

Atemlos, schwindelfrei,

endlich ist das Jahr vorbei!“

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die bis hier hin durchgehalten haben. Ich vermisse unsere Mußezeiten auf und neben dem Platz. Unsere Fotzeleien und Neckereien. Das Bier danach und vor allem Eure Huldigungen bezüglich meines Talents als Fußballer vor Gottes Gnaden und vor allem vermisse ich Euch alle. Ihr Oberthaler, Ihr Groniger, Ihr Steinberger, Ihr anblieset, Ihr Namborner, Ihr Walhausener und vor allem meine Güdesweiler.

 

In der Hoffnung, dass wir uns bald wieder sehen, wieder kicken, wieder trinken, wieder quatschen wünsche ich Euch einen guten Start ins Neue Jahr. Glück auf und Prosit Neujahr .....

 

Euer Alexander

 

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