Globus SB Warenhaus und andere Supermärkte verzichten auf Non-Food-Werbung

 

Das saarländische Wirtschaftsministerium hatte zu einem ,,Runden Tisch" zur Situation im Einzelhandel abgehalten. Hintergrund ist, dass es möglich ist, dass die SB-Warenhäuser, Discounter und 

Supermärkte weiterhin ihr Sortiment wie Schmuck, Spielwaren, Kleidung usw. verkaufen dürfen während des Lockdowns, wobei die Läden des kleinen Einzelhandel geschlossen haben. Zu großem Unmut war es dabei gekommen, dass diese noch ihre Artikel beworben hatten.

 

Die Vertreter der großen Märkte, darunter auch Globus, haben signalisiert, auf weitere Werbeaktionen zu verzichten. Sollte das nicht zufriedenstellend passieren, will Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger diese verbieten. Die IHK begrüßte den Schritt und wies darauf hin, das dies ein wegweisender Beitrag im Sinne des Fair Plays sei. 

 

Zudem wird es ein Programm geben „DigitalStarter Saarland“ das auf bis zu drei Millionen Euro aufgestockt wird. Dadurch erhalten gerade kleine und mittelständische Betriebe die Chance, notwendige Investitionen in digitale Vertriebsprozesse tätigen zu können und sich auch künftig erfolgreich am Markt zu behaupten. Ob das wirklich hilft, wird sich zeigen. 

 

Unterdessen hat sich St. Wendels Bürgermeister Peter Klär in einem Schreiben an Ministerpräsident Tobias Hans gewandt und sich dafür stark gemacht, die strikte Schließungsverfügung im Einzelhandel Ende Januar nicht erneut zu verlängern, sondern eine Öffnung unter besonderen Beschränkungen zu ermöglichen. Zudem fordert er ein spezielles Förderprogramm der Landesregierung für den innerstädtischen Einzelhandel im Saarland. 

 

"Der stationäre Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie leiden sehr unter der  Schließungsverfügung", begründet  der St. Wendeler Bürgermeister seine Initiative. "Ich bin in Sorge um die inhabergeführten Betriebe", so Klär. Er argumentiert, dass geöffnete Ladentüren und Pandemiebekämpfung nicht im Widerspruch stehen müssen. Das habe der Einzelhandel in den vergangenen Monaten bewiesen. 

 

Neben der St.Wendeler Geschäftswelt spielen aber auch die Events, Sportveranstaltungen und diverse Märkte eine große Rolle, die sonst immer ein Besuchermagnet darstellten. All dies war 2020 nicht möglich. ,,Die fehlenden Umsätze allein durch die nicht von der Stadt durchgeführten Großevents liegen bei rund 30 Millionen Euro", bilanziert Klär.

 

Diese Kaufkraft fehle jetzt dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Hotellerie. Klär betont in seinem Schreiben an die Landesregierung deshalb: "Das darf sich 2021 so nicht wiederholen. Wir verlieren die Seele unserer Städte." Die Unternehmung Innenstadt – der Mix aus aktivem Stadtmarketing, gepflegter Gastronomie, Hotellerie und attraktivem Einzelhandel – stoße in der jetzigen Situation an ihre Grenzen.

 

Isabelle Möller

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Ra. Kl. (Mittwoch, 13 Januar 2021 22:57)

    Verzicht auf Non- Foot- Werbung....... Die Abteilungen bleiben offen und Ware wird trotzdem angeboten wären dessen die "kleine" Läden geschlossen bleiben.

  • #2

    Realist (Donnerstag, 14 Januar 2021 08:16)

    Und wem würde es helfen wenn Aldi, Lidl, Globus & Co. keine Non-Food Sortimente mehr verkaufen dürfen? Leider nicht den kleinen Läden sondern lediglich Amazon, Zalando & Co. - eben diesen netten Zeitgenossen die weder lokal noch in der EU irgendwelche Steuern zahlen und denen das Wohl der Innenstädte recht gleich sein dürfte... "Denken, melden, reden!" hieß es früher immer...

  • #3

    Geradeausdenker (Donnerstag, 14 Januar 2021 08:43)

    Es gibt noch Realismus. Aber in unserer solidarischen Gesellschaft ist wichtig dass es Mitstreitern nicht besser geht. Ob es Einem selbst hilft ist da nicht ganz so wichtig.
    Globus könnte doch die Hälfte der hier erzielten Einnahmen an den Kreiseinzelhandel spenden.
    Das würde Allen helfen.

  • #4

    Geradeausdenker (Donnerstag, 14 Januar 2021 08:47)

    Nicht die Einnähen, die Gewinne.

  • #5

    Borre Jääb (Donnerstag, 14 Januar 2021 16:42)

    Wäre eine tolle Werbeaktion von Globus !

  • #6

    Einwohner (Freitag, 15 Januar 2021 07:50)

    Was hat eigentlich jeder immer gegen Globus? Die haben in WND ca. 1.500 Mitarbeiter in Lohn & Brot und deren Baumarkt ist doch ebenfalls geschlossen?!
    Wahrscheinlich wieder alle deren tolle Vorsätze, die kleinen Händler zu unterstützen, schlagartig vergessen sind, wenn Aldi & Lidl mal wieder tolle Non-Food Angebote in der Werbung haben!

  • #7

    Lk. R. (Freitag, 15 Januar 2021 12:02)

    Egal was ist, wenn alle "kleine" Läden schließen müssen auf dem Land oder in der Stadt dann muss das angerichtete Chaos unserer Politiker mit dem Non -Food auch für Aldi Lidl und co zählen. Globus auch !!!

  • #8

    Dann geh doch zu Netto (Samstag, 16 Januar 2021 10:21)

    An alle kleinen Ladenbesitzer: Erweitert euer Gewerbe auf Lebensmittel und Dinge für den Grundbedarf. Stellt euch den halben Laden voll mit Klopapier und Nudeln und verkauft künftig wieder was ihr wollt.

  • #9

    Dann geh doch zu Netto (Samstag, 16 Januar 2021 10:23)

    Wenn die Politik veräppelt werden will und keine klare Regeln formuliert, dann nutzt eure Möglichkeiten �

  • #10

    Aufmerksamer Leser (Samstag, 16 Januar 2021 14:55)

    Die erste Frage müsste lauten:
    Wer wäre überhaupt bereit einen Tante Emma Laden zu führen. Die einfache Antwort lautet: Kein Mensch. Unser Konsumverhalten hat sich leider so verändert, dass kaum noch jemand in diesen nostalgischen Läden mangels Auswahl einkaufen würde. In den kleinen Läden ist allein schon aus Platzgründen das Angebot mehr als überschaubar. Allein eine Gewürz-, Süßigkeiten- oder Obstabteilung ist zigmal größer als der komplette Tante Emma Laden. Das ganze Dilemma ist ausschließlich unserem verändertem Konsumverhalten geschuldet. Meiner Meinung nach wird hier ohne sich an die eigene Nase zu fassen argumentiert. Eine kleine Lösung könnte es sein, wenn einer der Großen als Versuch einen kleinen Laden mit den notwendigsten Waren bestückt, eigenes Personal dort einsetzt und Ware, die nicht vorhanden ist, am nächsten Tag aus dem Lager des Einkaufszentrum in den "Tante Emma Laden" transferiert. Wäre einen Versuch wert.

  • #11

    Aufmerksamer Leser (Samstag, 16 Januar 2021 15:08)

    Teil 2:
    Aufwand und Ertrag rechnen sich bei der Gewinnspanne aus dieser Branche nicht mehr, es geht nur noch bei größeren Einkaufsmengen bzw. bei entsprechendem Umsatz. Bei diesem geringen Verdienst verzichtet jeder, der rechnen kann. Da kann selbst bei einem Halbtags-Job mehr verdient werden.

  • #12

    Kl. L. (Samstag, 16 Januar 2021 19:01)

    Mit der " Idee " die Erweiterung mit Lebendsmittel gehts darum ein gemischter Laden zu haben . Das heißt , der Kleiderladen ,Schuhgeschäft usw. können wieder öffnen.