Scoperty zeigt Euch wieviel Euer Haus und das dem Nachbarn wert ist

Gemeinde Oberthal

Wer wissen will, was sein Haus und dem des Nachbarn noch wert ist, kann sich auf www.Scoperty.de, dies anzeigen lassen. 

Das  

 

Startup-Unternehmen kombiniert Online-Straßenansichten von Objekten und ihren Fassaden mit Schätzwertdaten, die auf Grundlage von Algorithmen bestimmt und durch Nutzer verfeinert werden können. Allerdings scheint mir der Algorithmus etwas zu torkeln. Der pfiffige Algorithmus bewertet meine Immobilie aus dem Jahre 1949, in der Groniger Straße tatsächlich mit 117 000 - 175 000 Euro. Da könnte ja glatt ein grundloser Jubel in mir ausbrechen. Vielleicht fällt ja einer darauf rein.

 

Leider sieht die Realität ein wenig anders aus und die Schätzwerte, die aus frei zugänglichen Daten berechnet werden, liegen total daneben. Hier versucht die künstliche Intelligenz auf Basis von Grundstücksgröße, Wohnfläche, obwohl auch diese bei meiner Immobilie komplett falsch war, Lage sowie Mietspiegel, den Markt für 

gleichermaßen, Immobilieneigentümer, Kaufinteressenten sowie professionelle Immobilienmakler zu offenbaren. Dabei spielt es keine Rolle ob ein Objekt zum Verkauf steht oder nicht. 

Wer das möchte, darf gerne seinen Schätzwert auf der Plattform des erst kürzlich gegründeten Startup-Unternehmen verbessern, durch eigene Eingaben. 

 

Angeblich möchte das Münchner Unternehmen einfach nur die Transparenz auf dem Immobilienmarkt ermöglichen, sodass Eigentümer und Suchende die richtigen Entscheidungen treffen.

 

Ziel sei es hierbei die Dynamik am Markt abzubilden und auf Basis der tatsächlichen Marktlage eine Einschätzung des möglicherweise erzielbaren Marktwertes zu geben. Da frage ich mich aber gerade, wenn ich das mit meinem kritischen Verstand hinterfragen darf, sollte es nicht andersherum laufen, dass ich mein Haus der Seite freiwillig zuführe, wenn ich das möchte, dass es dort erscheint? Letztendlich entscheide ich doch mit, wie viel meine Immobilie wert ist und ob ich es verkaufen möchte. Was hat das eigentlich noch mit professionellen Bewertungen und Verkäufen zu tun?

 

Angeblich werden lediglich Daten der Immobiliendatenbank der Infas 360 GmbH,  Adressverzeichnisse der Deutschen Post AG, Geobasisinformationen des jeweiligen Bundeslandes und Kartendaten von Google verwendet. Alles nur pseudonymisierte und öffentlich verfügbare Daten. Zudem sei dies DSGVO-konform und mit der Bayerischen Datenschutzbehörde abgestimmt. 

 

Und wie verdienen die nun ihr Geld? Nach eigenen Recherchen, wohl unter anderem mit Maklern, die bei einer Vermittlung Provision an das Unternehmen bezahlen und außerdem verdient Scoperty Geld, wenn es einem Nutzer eine Baufinanzierung vermittelt. Zudem beteiligen sich die Großbank ING und die Immobilienbewertung Sprengnetter am Münchner Prop Tech. So fließt dem Unternehmen ein siebenstelliges Investment zu. 

 

Ist man nicht einverstanden mit der Veröffentlichung der Schätzwerte seines Hauses, muss man selber aktiv werden und auf der Plattform einen Widerspruchsprozess ausfüllen. Inzwischen haben über 35 Millionen Immobilien ihr Preisschild an ihrem Häuschen hängen.

 

Fazit: Um eine Immobilie bewerten zu können, bedarf es mehr als nur einen Schätzwert. Es besteht die reelle Gefahr, dass unbedarfte Käufer in die Falle tappen und möglicherweise zu viel für ein Haus bezahlen. Ein Expertengutachten oder den seriösen regionalen Makler kann meiner Meinung nach, das Portal nicht ersetzen.

Isabelle Möller

 

 

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Hannjobb (Dienstag, 23 Februar 2021 10:08)

    An diesem Beispiel wird exemplarisch gezeigt welcher Schwachsinn entsteht wenn sich auf Künstliche Intelligenz verlassen wird.
    Ich verlasse mich lieber auf meinen Rechenschieber oder modern ausgedrückt.
    Shit in, Shit out !

  • #2

    H.N. (Dienstag, 23 Februar 2021 10:20)

    Für mich ist dies ein sehr gutes Zeichen was passiert wenn sich ohne Fachkenntnisse unkritisch auf KI, Technik, Wissenschaft, Experten,Lautsprecher , Unverschämte, Interessenvertretern u. ä. verlassen wird
    Bei allem ist ein gesundes Misstrauen hilfreich.
    Hilfreich ist Lebenserfahrung, und Menschenverstand. und solide Ausbildung.
    Überall gilt:
    Nicht Alles glauben, selbst Überblick verschaffen und dann selbst entscheiden.
    P.S. Solche Experten braucht es wirklich nicht !

  • #3

    M. (Dienstag, 23 Februar 2021 11:15)

    Was soll diese Bandbreite bei den Schätzwerten? Werte haben überhaupt keine Aussagekraft. Unfug! Habe der Veröffentlichung widersprochen.

  • #4

    Recht (Dienstag, 23 Februar 2021 12:21)

    Hier zu widersprechen ist den Aufwand nicht wert.
    Im Gegenteil sollte noch breiter veröffentlicht werden damit auch dem Allerletzten klar ist:
    Verlasse dich auf dich selbst!
    Habe übrigens Bekannten, dessen Haus m.E deutlich , aber ganz deutlich von diesen Schwachköpfen bewertet wurde, einen Notartermin vorgeschlagen.Sie haben das tolle Angebot leider nicht abgenommen.

  • #5

    Br.P. (Dienstag, 23 Februar 2021 12:36)

    1. wieso muss eigentlich widersprochen werden? in DGVO ist immer Zustimmng erforderlich
    2. jeder Handwerker, ...muss, es sei denn als Hilfsarbeiter, eine Ausbildung nachweisen. Ach ja ist ja der Immobilienbereich, das kann jeder.

  • #6

    Vorschläger (Dienstag, 23 Februar 2021 18:44)

    Wolkenkuckungsheim !!!

  • #7

    Kl.D. (Dienstag, 23 Februar 2021 19:26)

    Wenn ich wissen will was mein Haus wert ist, dann bestellte ich mir reale Personen vor Ort .

  • #8

    Junge (Mittwoch, 24 Februar 2021 07:08)

    Interessant, das soll wohl das deutsche zillow werden, um hier mal die Seite aus den USA zu nennen.

  • #9

    Le (Montag, 01 März 2021 20:37)

    Dieser Beitrag ist Schwachsinn pur. Ich kann nicht verstehen, dass man so einen Müll auf Saar-Heimat einstellt.

  • #10

    Eastwood (Samstag, 17 April 2021 10:09)

    Alles völlig aus der Luft gegriffen. Wo die eigene Intelligenz nicht ausreicht
    muss man diese künstlich erzeugen.