Das Handwerk als Basis für attraktive MINT-Berufe von Manfred Johann

Gemeinde Oberthal

Bevor Manfred loslegen kann, klären wir vorab noch schnell was MINT-Berufe sind:

Unter dieser Abkürzung verbergen sich Begriffe wie Mathematik, Informatik, Ingenieurwissenschaft und Technik. Etwaige Anspielungen auf

 

ein erfrischendes Halsbonbon sind zwar erlaubt, aber unpassend. Was also haben diese Berufsbezeichnungen gemeinsam? Wie unschwer festzustellen ist, liegen diese Berufsgruppen inhaltlich ziemlich weit auseinander. Eine Gemeinsamkeit prägt jedoch jeden MINT-Beruf: „Der Fachkräftemangel“. Und darum geht es in Manfred Johanns Text:

 

Unser Land die Wirtschaft und das Handwerk braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Das dies so ist sieht man an den langen Lieferzeiten der Handwerksbetriebe. Junge Menschen ob Mädchen oder Jungs brauchen eine Zukunftsperspektive. Das Handwerk bietet hier alle Voraussetzungen für eine gute duale Ausbildung: Handwerk und Schule: in ca. 130 Berufen.

 

Trotz all der guten Strukturen taucht bei mir die Frage auf? Bilden wir für die digitale Zukunft des Handwerks richtig aus? Hat sich das Handwerk mit den Schulen auf die Anforderungen der Zukunft mit Blickrichtung auf die Digitalisierung eingestellt? Es nützt unserem Land und auch unserer Wirtschaft nichts, wenn wir Abiturienten und Akademiker en Gros produzieren, welche später wenig Möglichkeiten haben einen attraktiven Arbeitsplatz zu bekommen.

 

Was nützt unserem Land ein akademisches Fußvolk, wenn auf der anderen Seite dem Handwerk Meister, Techniker und Ingenieure in gut bezahlten Handwerksberufen fehlen? Das ist in meinen Augen planlose Bildungspolitik und Volkswirtschaftlich nicht nachvollziehbar. Das Handwerk braucht dringend Nachwuchskräfte besonders in den MINT Berufen.

 

MINT bedeutet: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Das Handwerk bietet hier den Jugendlichen ein großes Portfolio an Ausbildungsmöglichkeiten. Die Karriereleiter steht hier allen Lernwilligen weit offen. In Deutschland fehlen laut Berechnungen ca. 250, 000 MINT Fachkräfte. Von diesen 250,000 offenen Stellen können 67 Prozent von Facharbeiter, Meister, und Techniker besetzt werden.

 

Laut dem MINT Frühjahrsreport des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist diese Lücke nicht mehr zu schließen. Der Industrie und dem Handwerk fehlen beruflich ausgebildete MINT Fachkräfte. Ebenfalls fehlen bundesweit Lehrkräfte an den Berufsschulen, besonders betroffen sind die Fachrichtungen ELEKTRONIK, TECHNIK, KLIMA, HEIZUNG, SANITÄR, HÖRAKUSTIK, ORTHOPÄDIE, TECHNIK UND MECHANIK.

 

In diesen Bereichen müssen die Bildungsministerien zwingend nachbessern. Hier ist es unbedingt erforderlich, dass Schulen die Handwerkskammer und die Innungen enger und auf Augenhöhe zusammenarbeiten müssen. Wir vom Handwerk wissen genau welche Anforderungen an unser Handwerk gestellt werden.

 

Wenn junge Menschen in den Schulen nicht von der Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten auch im MINT Bereich erfahren, können Sie sich auch nicht für einen solchen Beruf entscheiden. Auf dem Weg zum Handwerk 4.0 werden die Zielsetzungen immer digitaler. Es ist ein steiniger aber ein lohnenswerter Weg den das Handwerk mit den bekleideten Ministerien und den Schulen gehen muss.

 

Mit freundlichem Gruß von Manfred Johann Tischler und Meister 

 

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Kommentare: 15
  • #1

    Leser (Mittwoch, 31 März 2021 07:23)

    Danke Manfred. Endlich wieder ein bericht von dir. Bitte mehr davon. Jemand wie du öffnet dieser Welt mal die Augen!!!

  • #2

    Verarbeiter (Mittwoch, 31 März 2021 08:01)

    Stimme im Grundsatz zu .
    Aber das mit den Nichtfinden eines attraktiven Arbeitsplatzes beobachte ich nicht.
    Wir finden dann diese „gut“ ausgebildeten Männerinnen in den Verwaltungen und der Politik wieder getreu dem Motto:
    Bis 35 ( früher 30 ) liege ich meinen Eltern auf der Tasche und ab 35 wirke ich Wunder.
    Die Ergebnisse sind aktuell bei der Corona-Pandemie zu beobachten.
    Viele Spinner, wenig Macher.
    Mein Vorschlag: die Anforderungen an Abitur und Hochschulabschluss deutlich höher ansetzen !!!

  • #3

    Gillesweller (Mittwoch, 31 März 2021 08:07)

    Solange unsere Nachwuchskünstler unfähig sind einen Nagel unfallfrei in die Wand zu schlagen, wird sich nichts ändern. Die Hauptsache ist, dass man Internetspiele begreift

  • #4

    Statistik (Mittwoch, 31 März 2021 12:29)

    Heute haben mehr als 50 % der Schüler haben einen Abschluss der "befähigt" zu studieren.
    Die Beurteilung der Hochschulllehrer ( in den MINT Fächern ) bzgl. Studierfähigkeit sind in vielen Fällen nicht sehr positiv.
    im WS 2019/2020 haben studiert: ( 2.892.000 Studierende )
    - 19,8 % Ingenieurswissenschaften
    - 2,1 % Agrar, Forst, Veterinär
    - 7,1 % Medizin
    - 16,6 % Mathe + Naturwissenschaften ( incl. Wetter, Geographie, ... )
    - 31 % Recht, Wirtschaft, Sozial
    - 18,2 % Geisteswissenschaften
    - 1,5 % Sport
    - 3,6 % Kunst
    ( Quelle: Bildung und Forschung in Zahlen 2020, BMfBF )
    Somit werden, über den Daumen, 40 % im Studium in MINT Berufen ausgebildet.
    Für 60 %, wenn sie denn das Studium überleben, müssen Stellen in der Verwaltung, dem öffentlichen Dienst, der Politik, ..
    Hier wird dann ein Bedarf erzeugt, der, zumindest in diesem Umfang, nicht sehr hilfreich ist.
    Im gewerblichen Bereich sieht es dann ähnlich aus, wie Herr Johann oben andeutet.


  • #5

    kai (Mittwoch, 31 März 2021 14:06)

    die, die hier gegen die jugend wettern sind die gleichen, die damals auf die strasse gingen und skandierten „unter den talaren, der muff von hundert jahren.“ Leider hat das vergessen in dieser damals jungen, heute älteren generation wohl schon s an llzurasch eingesetzt. statt aus den fehlern der „alten“ von damals zu lernen, leben sie wohl im gleichen schema weiter. schade nur, dass es sich dabei gar nicht um allzu „alte“ handelt. die forderungen scheinen verhalt zu sein. der jugend wird nichts zugetraut, keine lern- und wandlungsbereitschaft zugesprochen. sind das nicht die gleichen fehler die damals angeprangert wurden? müsste es denn nun heißen „unter den talaren der muff von 3 jahren.“? es scheint die jugend habe in jungen jahren mehr gelernt als die „alten“. das vertrauen und die akzeptanz der jungen gegenüber den alten ist vorhanden. leider fehlt es den jetzt „jungen alten“ an mut, die jungen machen zu lassen; neue wege zu gehen, neue ideen voranzubringen. das was war ist gewesen, daran festhalten bedeutet stillstand.

  • #6

    Statistik (Mittwoch, 31 März 2021 16:23)

    Die „Jungen“ heute sind nicht schlechter als 1968.
    Aber auch nicht besser.
    1970 betrug die Quote mit Studierbefähigung ca.11% in Ost und West..
    Natürlich höre ich jetzt wahrscheinlich das Argument Bildungsgerechtigkeit ?
    Wir und vor allem auch die Eltern müssen damit aufhören „Nur Akademiker sind Menschen“
    Jeder der mit seinen Möglichkeiten Hilfsarbeiten, Handwerk, Management ... ausführt hat Respekt verdient. Ein guter Handwerker hat auch finanziell bessere Möglichkeiten als ein Allerweltsakademiker.
    Handwerk und selbständig ist die Zukunft.


    ;

  • #7

    Leser (Freitag, 02 April 2021 10:47)

    Die Anforderungen an die jungen Menschen snd oft einfach zu groß. Viele gehen in ein Studium, weil sie nict wissen, was sie wollen. Da bieten sich die sog. Geisteswissenschaften an und auch das Soziale: und das ist ja auch nicht zu bemängeln.

    Lange vorbei die Zeiten, als man als Sohn den Beruf, das Handwewerk des Vaters übernommen hat und eventuell den Betrieb weitergeführt hat. wie das vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert teilweise noch war.

    Die dauernden Veränderungen,: wer soll damit noch mitkommen? Es wird alles zu kompliziert.
    Machen wir uns da nichts vor. Unsere Welt will Supermenschen, das ist das Problem. Die Wirtschfat will bestens Ausgebildete und noch besser Ausgebildete und willige Arbeitssklaven. Nur darum gehts: Arbeitsvieh für die Ausbeuter und Mächtigen zu sein. Diese selbst rühren keinen Finger und leben in Saus und Braus.

    Es braucht eine tiefgreifende Mentalitätsveränderung: weniger wollen, haben wollen, zufrieden sein mit wenig. Und den falschen Fortschritt, weil menschenverachtend ablehnen.

  • #8

    Leser (Freitag, 02 April 2021 11:29)

    Eine Ergänzung:
    im Mittelalter waren die Handwerker in den Städten durch Zunftordnungen weithin geschützt. Es wurde streng darauf geachtet, daß jeder in etwa dasselbe hatte. Ein Bäcker oder ein Metzger versorgten bspw. 1000 Personen, nicht mehr. Das war strikt geregelt. Konkurrenzkämpfe gab es nicht- es war geächtet und verboten. Die Anhäufung von Kapital ging so gut wie nicht. Warum auch? Jeder konnte gut leben und der innere Frieden war gewahrt. Denn daruf kommt es ja auch an.

    Das alles änderte sich mit dem Aufkommen der Calvinisten in der Schweiz, den Niederlanden und in England. Ihr Glaube war kurz gesagt, daß jeder, der hier auf Erden viel anhäuft, sich damit das ewige Leben, den Himmel erwerben könne. Das widersprach den praktizierten Ordnungen, die sich aus der benediktinischen Lehre von ora et labora (bete und arbeite) herleiteten. Mit der calvinistischen Lehre jedoch entstand das Phänomen Kapitalismus. Der Himmel spielte dann auch immer weniger eine Rolle . Maßgebend wurde das antichristliche Raffen und Beherrschen. Das ist bis heute so geblieben und wird noch "wissenschaftlich" begründet und untermauert.

    Es braucht m.Er. demgemäß wieder eine Ordnung wie seit dem Mittelalter in den Klöstern und Städten, , einen christlichen! Sozialismus, kein marxistischer der das Elend nicht behebt, in dem jeder das Nötige hat und in der Erkenntnis, daß Habgier elend macht- zunächst die anderen und dann einen selbst.

  • #9

    Antwort (Freitag, 02 April 2021 12:51)

    Bin dann mal weg, nie mehr verirre ich mich auf diese Seite.
    Antworte für alle: Gott sei Dank

  • #10

    Realist (Montag, 05 April 2021 09:01)

    Manfred for President!

  • #11

    Gillesweller (Dienstag, 06 April 2021 17:48)

    Was Amerika sein Trump wäre Deutschland sein Johann

  • #12

    "Leser" (Mittwoch, 07 April 2021 15:11)

    Meine Beiträge sind Nr. 6 und 7.
    Habe am Freitag den Artikel gelesen und nicht die Kommentare. So ist mir entgangen, daß schon jemand unter "Leser" einen Kommentar geschickt hat.
    Entschuldigung bitte!

  • #13

    Mitleser (Montag, 12 April 2021 00:50)

    Hab in den 80'er Jahren mit einem Hauptschulabschluss eine Lehre begonnen und auch mit einem Gesellenbrief bestanden. War nicht 100% der aller beste konnte aber handwerklich meinen Chef überzeugen. Es gibt hoch studierte die sind so blöd einen 3 auf 3 Meter Raum 2.5 hoch die Menge an Rollen zum tapezieren auszurechnen .

  • #14

    Steinberger (Dienstag, 13 April 2021)

    Kann hier auch mitreden, Herr Mitleser ! Solche Leute mit handwerklichen Fähigkeiten mit bestandener Gesellenprüfung gab es bei uns auch. Regale bestücken einräumen, aufräumen , kehren vor der Firma, in der Firma. Einkaufen für die Belegschaft, in der Frühstück, Mittagspause. Chefs Autos reinigen � und zum Tanken bringen. Holz für Grillfeste organisieren usw. Chef freute sich mit vielfältigen handwerklichen Arbeiten, herzlichen Glückwunsch.

  • #15

    Martin Müller (Freitag, 16 April 2021 11:59)

    Hallo Herr Johann und hallo an alle Kommentatoren,
    ich bin Jugendleiter beim St. Wendeler Erfinderclub (inzwischen Innovations- und Businessclub) Signo-1.
    Wie Sie, Herr Johann, beklagen auch wir das abnehmende Interesse am Handwerk und die immer schlechtere handwerkliche Ausbildung im wissenschaftlichen Studium.
    Wir würden gerne MINT und Handwerk näher zusammen bringen, indem wir für Jugendliche die Brücke zwischen digitalen und handwerklichen Fähigkeiten bauen.
    Abgesehen von Corona haben wir dabei das große Problem, dass uns in unserem Verein langsam die Handwerker und Ingenieure aussterben.
    Ich persönlich bin Informatiker und kümmere mich um die digitale Seite. Wir müssen uns aber beeilen, so lange es noch Handwerker, Bastler, und Erfinder gibt, von denen die Jugendlichen die handwerkliche Seite kennen lernen können.
    Im Moment machen wir -wie so viel andere- Corona-Zwangspause und nutzen die Zeit, um z.B. unsere Vereins-Homepage zu überarbeiten. (Deshalb gibt es dort im Internet im Moment keine guten Informationen über den Verein. Besser: Google Suche nach Signo-1-Saar)
    Jede Leserin, die, und der jeder Leser, der uns helfen will, für Jugendliche die Lücke zwischen Internet und Handwerk zu schließen, ist als Vereinsmitglied oder auch Coach bei unseren Projekten höchst willkommen.
    Auf Sie, Herr Johann, und ihre offensichtliche Kenntnisse bei diesem Problem, würde ich auf jeden Fall gerne wieder zukommen, sobald wir nach den Corona-Beschränkungen mit unseren Jugend-Projekten weitermachen können.
    Vor allem ihr letzter Abschnitt spricht vielen von uns aus der Seele! Deshalb vielen Dank für diese Zusammenfassung.
    Viele Grüße, Martin Müller (jugend@signo-1-saar.de)
    Tel. M. Müller (Jugend): 06851-9779999, K.-J. Schuhmann (Vorstand): 06851-9779997