Damals - 750 Jahre Güdesweiler........

Gemeinde Oberthal

 

Im Oktober 1971 feierte Güdesweiler im Rahmen einer Heimatwoche sein 750-jähriges Bestehen.

Der damalige Bürgermeister Theophil Scherer, wies da schon auf den großen Zusammenhalt

 

des Ortes hin, der durch die moderne Zeit mit ihren tausenderlei Problemen, Wirrnissen und auch Ängsten den Menschen das Fundament der Sicherheit unter den Füßen wegzunehmen drohte. Diese Sicherheit aber war durch alle Jahrhunderte herauf vor allem im gemeinsamen Zusammenhalten gegeben. Das aufeinander-stützen und auf-einander-vertrauen-können war in der größeren Gemeinschaft des Dorfes fest verankert. 

 

Dass die Bürger von Güdesweiler diesen tieferen Sinn damals in ihrer Heimat erkannt hatten, beweisst schon allein die Tatsache, dass der Ort damals beim Dorfverschönerungswettbewerb als schönste Gemeinde des Saarlandes hervorging. Von 4080 Gemeinden im gesamten Bundesgebiet konnte sich Güdesweiler als Sieger hervortun und wurde mit der Goldplakette ausgezeichnet. 

 

schön geschmückt 1971 für die Feier
schön geschmückt 1971 für die Feier

Dieses zeugt von einer großen Hingabe und Liebe zu ihrem Heimatdorf und auch das Ergebnis unermüdlichen Fleißes jeden Einzelnen und den Vereinen sowie den Helfern in der damaligen Festwoche.

 

So wurde auch zum erstenmal in seiner Geschichte an drei Bürger die Ehrenbürgerschaft verliehen:

Michael Marx, dem Forscher um Güdesweiler, Rudolf Just, dem

 

Schriftsteller um Güdesweiler und Alex Baron, dem Gestalter von Güdesweiler.

Eine Legende berichtet darüber wie es zu dem Namen Güdesweiler kam. Und so kam es, dass die Eremiten Guido, Immo und Grimmo sich in unserer Heimat verirrten. Sie kamen bis zum Leistberghang, wo sie in den schützenden Wäldern einen Unterschlupf fanden. In der Nähe des heutigen ,,Guten Brunnen" erbauten sie eine Kapelle, legten Gärten und Felder an um hier bei bescheidenen Ansprüchen ihr Leben zu fristen.

 

Später trennten sich die drei Eremiten aufgrund verschiedener Glaubensrichtungen wieder, während es Immo, an den heute noch der Ortsteil Imweiler in Oberthal erinnert, am Fuße des Scheuerberges sich niederließ, zog Grimmo lieber an die Quell nach Wadrill. Aber Guido, dessen Name heute noch im Ortsnamen enthalten ist, blieb bei uns am Leistberg. Er half den Bewohnern bei ihrer Arbeit und konstruierte sogar eine Mühle mit Wasserkraftantrieb. 

 

Der Name Guido stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Wegweiser oder Begleiter. Das germanische Wort heißt Wido, der im Wald wohnende oder der Waldner auch Wäldner. 

 

Der Ortsname hat im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Änderungen durchgemacht. Ich berichtete schoneinmal darüber. So gab es Namen wie, Guido-Weyler, Gundesweiler, Gindesweiler, Guttesweiler, Gundes-Villre, Gütesweiler, Giedesweiler, Guidesweiler bis 1916 der damalige Gemeinderat den Beschluss fasste, den Ortsnamen, dem etwas Französisches anhaftete, in den heute bestehenden Namen Güdesweiler umzubenennen. 

 

Warum ich darüber schreibe? Weil wir 2021 eigentlich 800 Jahrfeier von Güdesweiler hätten......wenn nicht Corona wäre. Aber vielleicht feiern wir, so Gott will, nächstes Jahr dann unsere 801 Jahrfeier.....

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Wahrsager (Mittwoch, 14 April 2021 08:32)

    Bereitet euch in Güdesweiler auf die 1.000 Jahr Feier in 2221 vor.

  • #2

    Anmerker (Mittwoch, 14 April 2021 14:56)

    1916 hieß der Ort verhochdeutscht Güdesweiler, dann aber wieder, zumindest offiziell im Saargebiet, wieder Guidesweiler. Dann ab 1935 wieder Güdesweiler.
    Der Name Leistberg ist so nicht richtig, denn er hieß und heißt auch heute noch auf Kartenwerken Leis- oder Leißberg. Es hat nichts mit "leisten" zu tun, sondern sehr wahrscheinlich mit dem Keltischen Begriff Lei, Lay für Fels, Stein oder Geröll.
    Noch ein kleine Korrektur: Guido ist nicht "französisch", es sei denn mit französisch ist fränkisch gemeint. Und fränkisch ist natürlich germanisch. Da gibts bei den Namen und Begriffen auch immer Variationen und dazu die unterschiedlichen Schreibweisen.

    Die Jahresangaben für Güdesweiler sind eher willkürlich gewählt, aber man kann das so stehen lassen.

  • #3

    Isabelle (Mittwoch, 14 April 2021 16:57)

    Der Name ,,Guido", das ist richtig stammt ursprünglich aus dem germanischen Withold und bedeutet soviel wie ,,Wald". Guido soll sich hier aber auf Güdesweiler beziehen und der Ort Güdesweiler war bis 1814 dem Kanton Tholey zugeordnet im Departement Moselle, der Region Grand Est, deshalb auf das französische bezogen. Ab 1802 gehörten wir dem canton de Tholey an, also Frankreich und unsere Gemeindenamen waren wie folgt alle französisch: Güdesweiler - Guydesweiler, Gronig - Groning et Homweiler, Oberthal - Oberdhal, Linden, Ossembach et Imbweiler.
    Beim Name Leist-Berg wird es schwierig, hier findet sich alles, das könnte vielleicht Werner Rauber nachschauen.....

  • #4

    Nachtgeist (Donnerstag, 15 April 2021 22:44)

    Do hatt Girresweller mol scheen ausgesiehn.

  • #5

    Albert Paliot (Samstag, 17 April 2021 14:18)

    Neben dem Begriff, der Bezeichnung Leis(s)berg taucht auf manchen Karten auch der Bergriff Leis(s)wald auf. Das ist das Waldgebiet auf der Nordseite in Richtung Nahe- so auf einer Karte der Gemeinde Oberthal Anfang der 1980er Jahre.
    Das s in Leissberg ist offenkundig ein Genitiv- s. Wie etwa in den Begriffen: Betrieb- s-ausflug, Haushalt- s- plan usw. Leis(s)berg also der Berg des/der Felsen, des Gesteins.
    Es ist sehr unwahrscheinlich, daß das Lei (man könnte auch Ley oder Lay schreiben) nicht auf den keltischen Begrigff für Fels, Stein, Gestein zurückgeht. Es liegt ja evident auf der Hand: der Feldspat und besonders auch die Achate.
    Früher war auch immer von Leisberg die Rede, nie von Leistberg. Das t hat ein offenbar ein wenig Übereifriger auf welchem Amt auch immer da hineingefügt.

  • #6

    Isabelle (Samstag, 17 April 2021 18:37)

    Vielen Dank Albert für die Info......

  • #7

    Albert Paliot (Montag, 19 April 2021 20:25)

    Gerne Isabelle, auch Dir vielen Dank.