Der wahre Grund für die Knappheit der Intensivbetten in Deutschland

Tine
Tine

Saarland

Damit wir mal einen realen Eindruck in der Pandemie-Zeit bekommen warum die Intensivbetten in Deutschlands Krankenhäuser so knapp werden und was wirklich dahinter steckt, habe ich Kontakt zu Tine, einer Intensivschwester in einem Krankenhaus im Saarland aufgenommen. Sie schildert uns aus  

ihrer Sicht, wie die Lage vor Ort ist, denn es darf nicht vergessen werden, dass gerade jetzt in der schwierigen Zeit im letzten Jahr 20 Krankenhäuser geschlossen wurden und aus diesem Grund die Intensivkapazität komplett überfordert ist. Tine arbeitet seit fast 30 Jahren auf einer Intensivstation und weiß, dass es den Intensivbetten-Mangel schon seit Jahren gibt. Zur Zeit ist sie auf einer Covid-Intensiv eingesetzt.

 

 

 

,,Ich habe es persönlich schon vor Corona sehr oft erlebt, dass alle Intensivstationen in der Umgebung abgemeldet waren weil sie keine freien Betten mehr hatten.

 

Dies ist in Deutschland schon lange Realität und Alltag, dafür braucht es kein Corona", ärgert sie sich.

 

 

,,Der Umstand, dass Intensivbetten knapp werden könnten, wird jetzt als Alibi genutzt  um den Menschen diese schlimmen Maßnahmen und Anordnungen, die massiv in die Grundrechte eingreifen, unterzujubeln. Und nach über einem Jahr Pandemie ist außer ,,Klatschen" auf den Balkonen nichts passiert". Ich frage nach, warum es denn überhaupt diesen Mangel an Intensivbetten gibt?

 

 

 

,,Viele Betten wurden und werden gesperrt, weil kein Intensiv-Personal da ist.

 

Man hat über Jahre auf Kosten der Krankenpflege das Gesundheitssystem saniert. Tausende Stellen wurden gestrichen, so dass die Belastungsgrenze des noch verbleibenden Fachpersonals schon lange überschritten wurde", antwortet sie.

 

Das würde also bedeuten, wo zu wenig Personal eingesetzt wird, können die Pflegefachkräfte nicht alle Aufgaben in der vorhandenen Zeit und erforderlichen Qualität erledigen und könnte weiterhin bedeuten, dass die implizite Rationierung, ernste Folgen für Patienten haben könnte.

 

 

 

,,Ja in vielen Häusern, auf vielen Stationen, wird seit langem eine gefährliche Pflege betrieben, weil zu viele Patienten von zu wenig Fachkräften versorgt werden, auch dies ist aber seit Jahren bekannt", so Tine.

 

 

Durch die neuen Personaluntergrenze, fällt jetzt erst einmal auf wie unterbesetzt die Stationen die ganzen Jahre waren und immer noch sind. Die Häuser sind jetzt gezwungen Betten zu schließen, wenn Sie keine Strafe zahlen wollen. Die durch die

 

Personal-Untergrenze entstandenen freien Stellen können nicht besetzt werden, da keine Bewerber da sind.

 

Doch die Patienten müssen dennoch versorgt werden. ,,Ich persönlich kenne viele Kollegen, die lieber im Ausland arbeiten weil sie dort um ein mehrfach, bessere Bedingungen haben, wie in Deutschland.

 

Dann wäre es ja pure Heuchelei der Politik, jetzt so zu tun als ob sie sich Sorgen machen, dass keine Betten und Personal zur Verfügung steht, und dies alleine mit Corona zusammen hinge?

 

 

,,Mir als Fachschwester ist es im übrigen egal was für ein Krankheitsbild ein Patient hat, der das Intensivbett auf meiner Intensivstation belegt. Schwerst- und lebensbedrohlich erkrankte Menschen, die künstlich beatmet werden, waren und sind mein täglich Brot! Auch der Tod ist ein ständiger Begleiter auf einer Intensivstation. Und ja, das Arbeiten in Schutzkleidung ist eine noch zusätzliche Belastung und nichts außergewöhnliches, dass es nur durch Corona gibt".

 

 

Und wie sieht es aus, mit anderen Grippenarten und Toten in der Vergangenheit?

,,Ich erinnere an MRSA oder die Influenza die sehr vielen Menschen das Leben gekostet hat. Für diese Angst und Panikmache auch von manchen meiner Berufs-Kollegen hab ich kein Verständnis". 

 

Zumal es auch nicht so ganz einfach ist einen Vergleich zwischen Corona- und Grippetoten zu klären. Das liegt zum einen schon daran, dass nicht genau bekannt ist, inwiefern die Corona-Toten an oder mit Corona gestorben sind. Das RKI zählt alle Menschen als Corona-Tote, die zum Zeitpunkt ihres Todes Corona positiv waren und die in Bezug auf die Infektion gestorben sind. Nicht alle von ihnen sind aber an einer Infektion mit dem Virus gestorben. Statistisch als Corona-Tote erfasst werden auch Patienten, bei denen die Gesundheitsämter von einer anderen Todesursache ausgehen mit mehreren schweren Erkrankungen gleichzeitig.

 

Aus Angaben einiger Bundesländer geht hervor, dass bei etwa 10 bis 20 Prozent der offiziellen Corona-Toten nicht das Virus, sondern eine andere Erkrankung die Todesursache war oder sich das nicht sicher sagen lässt. Die geschätzten 25.000 Grippetoten hingegen sollen tatsächlich infolge der Influenzaerkrankung verstorben sein. Also alles nur eine Schätzung?

 

 

Aber vielleicht sollten wir uns bald mal klar machen, dass bald niemand mehr da ist, der Schwerstkranke auf den Intensivstationen betreut, wenn sich nicht bald mal die Rahmenbedingungen verbessern. ,,Ja, in der Tat, Intensivpflege ist ein anspruchsvoller Job", erklärt Tine. ,, Einer der 5 Jahre Ausbildung beinhaltet und nicht von jedem x-Beliebigen einfach übernommen und ausgeführt werden kann. Das sollte man mal den Politiker klar machen".

 

 

,,Es ist kaum noch jemand bereit, unter diesen seit Jahren unmöglichen Bedingungen zu arbeiten. Viele Kollegen haben hunderte Überstunden, werden ständig aus dem dringend benötigten ,,Frei" gerufen, müssen eine zu große Anzahl an Patienten in einer Schicht betreuen, obwohl dies zum Nachteil des Patienten führt, oft auch richtig gefährlich ist und auf Lasten der eigenen Gesundheit geht".

 

 

Ja davon hab ich schon gelesen, erwidere ich. Es gibt genug Studien die belegen, wie gefährlich es für Patienten werden kann, wenn zu wenig Personal in einer Schicht vorhanden ist.

 

Also auch nichts Neues.

 

 

Außer die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsaufkommen in einer Schicht durch Bürokratie und Dokumentation noch zu verschärfen, wie auch die Altenheime klagen, ist der Politik nichts eingefallen. Tine hatte 2020 über 300 Überstunden. 

 

 

 

Das Problem ist, das Gesundheitssysteme wie in den Krankenhäuser, zu Gewinnunternehmen umgewandelt werden. Erst recht wenn dies von Politik gewollt und gefördert wird. Und ebenso wird von Politik gewollt und gefördert, dass eine Vielzahl an kleinen Krankenhäuser geschlossen werden, so dass es nur noch wenige Standorte mit so genannten Krankenzentren gibt. Sicherlich ist die Geschichte viel komplizierter, aber das ist Realität.

l

Wie sich dadurch die Versorgung der Bevölkerung vor allem in den ländlichen Gegenden verändert, kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen. Zumal dadurch auch viele Betten einfach wegfallen.

 

 

,,Trotz  Pandemie, macht die Politik munter weiter diesen Plan umzusetzen was 2020 eindeutig beweist. Auch macht die Politik keinerlei Anstalten um dem noch vorhandenen Personal die Rahmenbedingungen zu verbessern, so dass auf absehbarer Zeit wohl noch mehr Betten wegen Personalmangel geschlossen werden.

 

Das ist der wahre Grund für die Bettennot auf den Intensivstationen in Deutschland- und nicht Corona", meint Tine zum Schluss.

 

Hingegen mancher Behauptungen in den Kommentaren, dies sei ein Fake-Bericht, weise ich nochmals darauf hin: Auf meiner Seite gibt es und gab es noch nie Fake-Berichte, auch das Bild ist echt. Viele Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger haben sich zudem bei Tine in Facebook zu Wort gemeldet und ihr gedankt für ihren Mut, dieses Problem öffentlich anzusprechen, und das aus verschiedenen Krankenhäusern.

 

Vielen Dank für dein Statement, liebe Tine

I.Möller

 

 

Kommentare: 42 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Beifall (Samstag, 17 April 2021 21:04)

    Finde es ganz toll wenn in den örtlichen Medien auch mal die ANDERE Seite zu Wort kommt, nicht immer die politisch Vorgeturnte.
    Im Wesentlichen deckt sich der Beitrag mit Statements von Bekannten welcher in Intensivstationen arbeiten.

  • #2

    Hilli (Samstag, 17 April 2021 21:11)

    Glaube ich sofort

  • #3

    Hermann (Samstag, 17 April 2021 23:58)

    Vielen Dank für diese ehrlichen Informationen über den wahren Grund des Betten-mangels auf unseren Intensivstationen.
    kaum zu fassen ......

  • #4

    Antonia (Sonntag, 18 April 2021 08:48)

    Zu dem Artikel gehört sehr viel Mut. Die Gesellschaft soll umgebaut werden, koste es was es wolle. Menschenleben haben die Politiker noch nie interessiert, nur ihr eigenes. Wenn es gut läuft, fällt mal ein Brotsamen ab für die Hungrigen unterm Tisch.

  • #5

    Balu (Sonntag, 18 April 2021 09:19)

    Sehr guter und ehrlicher Bericht.
    Es fing schon vor Jahren damit an, dass Patienten nicht mehr Patienten genannt werden durften. Man musste sie als Kunden benennen.
    Von da an war ein Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen, in dem Unternehmensmanager das Sagen hatten. Leider haben diese keine Ahnung von Medizin, würdiger Patientenversorung, Betreuung mit Herzblut und Verstand.
    Die Zeiten haben sich geändert. Leider zum Nachteil für Patienten aber auch unbedingt für Ärzte, Pflegepersonal und alle Funktionsabteilungen. Dabei möchte ich niemanden vergessen.
    Es betrifft einfach jeden, der in der Unternehmensgruppe Krankenhaus arbeitet.

  • #6

    Tobias (Sonntag, 18 April 2021 10:34)

    So ist es. Die größte Frage, seit Jahren, ist privatisierung der krankenhäuser. Warum muss ein Krankenhaus schwarzen Zahlen schreiben? Normal muss der Vater Staat dafür sorgen das hier immer Geld da sein muss. Brauch man sich auch nicht wundern das kein Personal da ist oder gutes in die Schweiz geht.

  • #7

    Andreas (Sonntag, 18 April 2021 10:45)

    Hallo. Ein guter Bericht.
    Dennoch, wer sich informiert weiß, es geht nicht um fehlende Betten. Diese sind ausreichend zu Verfügung. Es mangelt an Beatmungsgeräten.
    Ohne Frage ist auch mir der Zustand in unseren KH bewusst. Aber es ist nicht die beste Lösung sich so öffentlich zu outen , und seinen Arbeitgeber an den Pranger zu stellen.
    Wer weiss ob es diese Tine überhaupt gibt.

  • #8

    Tobias (Sonntag, 18 April 2021 10:47)

    Die Frage stellt sich, warum die Privatisierung der Krankenhäuser sein muss. Warum müssen Krankenhäuser schwarze Zahlen schreiben. Normal muss der Vater der Staat es fördern! Da brauch man sich nicht wundern wenn zu wenig gutes Personal da ist oder viele ins besser bezahlte Ausland wie zb. Schweiz gehn.

  • #9

    Ramona (Sonntag, 18 April 2021 11:16)

    Auch Frau Wagenknecht äußert sich gegen den Abbau von 6000 Intensiv Betten und erläutert ebenfalls die Situation ganz klar.Und ich möchte auch hier allen sagen,es gibt diesen Virus nicht,dies bestätigt Drosten in einem Meeting und der PCR Test kann weder Viren noch eine Krankheit erkennen,Kary Mullis,der Erfinder.Wer sich als Gesunder Mensch also Testen lässt,macht sich mit Schuldig und ich habe dagegen geklagt,ob ich Recht bekomme,steht in den Sternen. LG Ramona

  • #10

    H. Sonntag (Sonntag, 18 April 2021 11:31)

    An Ramona: Laut deinem Kommentar her, haben dir verschieden Viren schon es Hirn angegriffen.

  • #11

    Isabelle (Sonntag, 18 April 2021 11:54)

    Ich möchte nicht, dass mir unterstellt wird, dass ich hier etwas erfunden habe. Nochmal für alle, ich habe so wie es im Artikel steht, mit Tine Kontakt aufgenommen und dadurch ist dieser Artikel entstanden.
    Letztlich ist die Privatisierung von Krankenhäusern eine systemimmanente Antwort auf die Finanzierungsprobleme im deutschen Gesundheitswesen. Der Staat glaubte wohl der private Sektor könne das viel besser. Durch mehr Privatisierung sollten die Staatskassen gefüllt und Abläufe effizienter gemacht werden. Die Verhältnisse sind dadurch keineswegs besser geworden. Denn die neuen Eigner wollen Gewinn machen. Oft geht das zuerst zu Lasten der Personaldichte und der Löhne. Um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, sind ihnen viele Mittel recht. Wie es den Angestellten dabei geht und ob sich der Service für Patienten verschlechtert ist oft zweitrangig. Und das nicht nur im Krankenhaussektor....Das Personal muss in privaten Häusern mehr arbeiten, es kommt zu einer Ersetzung von teuren zu billigen Arbeitskräfte in allen Bereichen. Der Staat, Kommunen und Länder haben über unrentable Kliniken geklagt und ihr Heil in der Privatisierung gesucht, bringt doch ein Verkauf angenehme Zusatzeinnahmen und andere müssen sich um das Problem der Versorgung kümmern. Vornehmlich Spezialisten, Experten für diesen Bereich, dadurch wird die jeweilige Kommune nicht nur finanziell entlastet, sondern auch strukturell – weniger Personaleinsatz, weniger Einarbeitung in schwierige und komplexe Sachthemen, weniger „sich-kümmern-müssen“. Und weniger Verantwortung für den Fall, dass etwas schiefgeht. Meiner Meinung geht das Ganze auf Kosten der Patienten und Personal....

  • #12

    Dieter (Sonntag, 18 April 2021 11:55)

    An Andreas!
    Es fehlen keine Beatmungsgeräte !
    Viele wurden ins Ausland verschenkt oder stehen verpackt in Kellern
    Es fehlt einfach das Personal !
    Und mit schliesen bin KH wird das noch schlimmer

  • #13

    Selbstdenker (Sonntag, 18 April 2021 12:14)

    Eine gelungene Zusammenfassung der Tatbestände.

  • #14

    Traudel (Sonntag, 18 April 2021 12:22)

    Hinzu kommt das Totalversagen der sogenannten Oppistion, welche zur Regierungspolitik
    im Saarland auch noch Beifall klatschen. Da schwindet die Hoffnung auf Besserung.

  • #15

    Sandra (Sonntag, 18 April 2021 13:09)

    Hoffe die Politik rafft es bald.... das ist schlimm eigentlich sind es Volkvertreter und sollen für das Wohl der Gesellschaft sorgen und was tun Sie ? KEINE WORTE.

  • #16

    BARBARA (Sonntag, 18 April 2021 13:57)

    Ich frage mich nur, warum die Chef-/ Oberärzte der Intensivstationen einen Hilferuf an die Regierung senden, weil die Intensivstationen wegen Corona überfüllt sind.
    Sie fordern einen sofortigen stärkeren Lockdown mit Ausgangssperre!?!?

  • #17

    A.H. Kreis (Sonntag, 18 April 2021 14:10)

    "Viele Betten wurden und werden gesperrt, weil kein Intensiv-Personal da ist."

    Noch schlimmer weil die geschlossenen Betten ja nicht Personalisiert sind werden sie offiziel abgeschafft und schon hat man für den Rest den nötigen Personalschlüssel, um sich zertifizieren zu lassen. Nebeneffekt wenn ich diese Betten nicht mehr offiziel habe kann ich den Personalschlüssel nach unten absenken und das Verhältnis von Leitungspersonal zu Unterstellten Personal verändern und dadurch dem Leitungspersonal die Eingruppierung beim Gehalt nach unten drücken, dadurch hat Stationsleitung und Stellvertretung weniger Geld und schon ist wieder aufs Jahr viel Geld gespart, nicht nur am fehlendem Personal sondern auch an denen die noch da sind.

  • #18

    Mirko (Sonntag, 18 April 2021 14:18)

    Leider ist das Krankenhaus St. Wendel kein Marker für Intensivtherapie. Generell ist die Debatte um die Intensivbetten etwas fehlgeleitet, auf dem Papier hat Deutschland sicher viele "Intensivbetten" . Jedoch ist nicht jedes Intensivbett qualitativ gleichwertig, gerade in den kleinen Häusern der Grund- und Regelversorgung ist die qualitativ hochwertige Versorgung schwerskranker Patienten kaum möglich. Im Saarland kann dies im Grunde nur in 4 -5 Krankenhäusern gewährleistet werden; 4-5 von insgesamt 11 Krankenhäusern, dies lässt sich sicher auch auf übrige Regionen Deutschlands übertragen. Dies liegt nicht nur an mangelnden Personal, sondern auch an der mangelnden Fallschwere dieser Häuser und damit der fehlenden Erfahrung, sowohl im ärztlichen, als auch pflegerischen Bereich.

  • #19

    Heidi (Sonntag, 18 April 2021 15:43)

    Vielen Dank für dein öffentliches Statement das sind wahre Worte.Ich habe selbst über 40 Jahre im medizinischen und pflegerischen Bereich gearbeitet! Es gab ständig Unterbesetzung durch Personalmangel !Müsste meinen Beruf kurz vor meiner Rente aufgeben weil ich die Arbeit nicht mehr schaffte.Mittlerweile hat sich nichts geändert obwohl schon zu damaligen Zeiten nur Versprechungen gemacht wurde!Ich wünsche dir für deine Arbeit alles Gute und bleib gesund.Nochmals vielen Dank für deine Worte!

  • #20

    Peter (Sonntag, 18 April 2021 16:09)

    @Mirko: das Krankenhaus in St.Wendel hat doch letztes Jahr gezeigt, wie man gute wirtschaftliche Ergebnisse sogar in Pandemiezeiten erzielen kann

  • #21

    Pete (Sonntag, 18 April 2021 16:25)

    Erst einmal klingt der Beitrag für mich komplett nach Fake. Irgendeine Krankenschwester von irgendeiner Intensivstation von irgendeinem Krankenhaus. Ich lache mich schlapp. Liebe Tine, falls du wirklich existierst, bitte um Entschuldigung, dieser Kommentar richtet sich nicht an dich, sondern an die Aufmachung des Beitrages. Ich persönlich sehe viele Probleme im Gesundheitssystem, die aus meiner Sicht auch mehr oder weniger von den Kommentaren des Beitrages abgeleitet werden könnten. Aber wie in Gottes Namen kann es sein, dass eine persönliche Wahrnehmung einer einzelnen Krankenschwester - so diese Wahrnehmung überhaupt der Wahrheit entspricht und real ist - dazu führt, dass in der Überschrift über den "wahren Grund für die Knappheit der Intensivbetten in Deutschland" gesprochen wird?! Weiterhin wird geschrieben: "Damit wir mal einen realen Eindruck in der Pandemie-Zeit bekommen warum die Intensivbetten in Deutschlands Krankenhäuser so knapp werden und was wirklich dahinter steckt". Wenn überhaupt, dann handelt es sich hier um den Eindruck eines einzelnen Krankenhauses, bzw. nicht einmal das, denn zu einem Krankenhaus gehört mehr als nur eine einzelne Krankenschwester. Die Menschen müssen gehört werden, das steht außer Frage! Ein einzelnes Kommentar, auch wenn es viele wichtige Punkte beinhaltet, darf aber nicht dazu benutzt werden Schlussfolgerungen für ein ganzes Land abzuleiten. Das wird der Komplexität der Situation leider nicht gerecht. Das ist noch nicht einmal Bild-Zeitungs-Niveau!

  • #22

    Realist (Sonntag, 18 April 2021 16:35)

    Das mit dem Einzelfall ist eine Argumentation aus der Mottenkiste
    der Politiker.
    Wie auch aus den Kommentaren herausgelesen werden kann. Es ist kein Einzelfall !!!!!!!!!!!!!!!!

  • #23

    Hintergrund (Sonntag, 18 April 2021 16:40)

    A.H. Kreis hat Insiderwissen..

  • #24

    Daniel (Sonntag, 18 April 2021 16:46)

    Pete, dann gehen sie doch mal auf die Seite von divi, da sehen sie dass seit April 2020 nicht viel mehr Intensivbetten belegt sind, aber viele weggefallen sind durch Schließung en, Personalwegfall und Personalschlüssel. In BW waren letzte Woche 469 Personen wegen Corona auf Intensiv, davon ca 250 mit Beatmung (Info Landesgesundheitsamt). Betten gesamt ca. 2200. Weggefallen im letzten Jahr ca 1500in BW. Das zeigt doch dass ein grundlegend anderes Problem vorliegt, auch wenn mit Corona ein paar mehr auf Intensiv sind. Aber von diesem Politik Versagen will man genauso wenig wissen wie von den Problemen mit Impfbeschaffung

  • #25

    Isabelle (Sonntag, 18 April 2021 17:11)

    Hingegen mancher Behauptungen in den Kommentaren, dies sei ein Fake-Bericht, weise ich nochmals darauf hin: Auf meiner Seite gibt es und gab es noch nie Fake-Berichte, auch das Bild ist echt. Viele Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger haben sich zudem bei Tine in Facebook zu Wort gemeldet und ihr gedankt für ihren Mut, dieses Problem öffentlich anzusprechen, weil es fast überall so ist und das aus verschiedenen Krankenhäusern.

  • #26

    Pete (Sonntag, 18 April 2021 18:56)

    @Isabelle: wenn man vermeiden will, dass ein Bericht als Fake-News betrachtet werden, dann reicht es nicht aus, zu sagen, dass es keine Fake News sind. In den sozialen Medien kursieren so viele Falschmeldungen, deshalb sollten Personen oder Organisationen, die wahrheitsgetreue Berichte veröffentlichen, sich auch für eine gewisse Seriosität einsetzen. Die Info darüber, wann und wo ein Interview stattgefunden hat, würde hier beispielsweise helfen. Der Kontext darüber, wann, wo und in welchem Zusammenhang Dinge stattgefunden haben, helfen dem Leser sich selbst ein Urteil zu bilden. Aktuelles Beispiel: Was in der Corona-Pandemie in einer Woche noch vollkommen richtig und gut erscheint, kann sich in der nächsten Woche aufgrund von neuen Erkenntnissen als vollkommen falsch herausstellen. Da reicht auch nicht ein Veröffentlichungsdatum eines Berichtes, da sollte schon vermerkt sein, wann das Interview stattgefunden hat. Ein weiterer Punkt, der mich hat vermuten lassen, dass es sich hier um reine Fake News handelt, ist die Tatsache, dass ohne Beweise verallgemeinert wird. Wenn es tatsächlich so ist, dass sich "viele" Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger bei Tine auf Facebook gemeldet haben, dann kann man das doch auch gerne schreiben. Man kann sich natürlich die Frage stellen, ob das dann auch in ganz Deutschland so ist, aber dies zu behaupten ist einfach unzulänglich. Dazu wäre ein erhöhter Rechercheaufwand notwendig, diese Behauptung stehen lassen zu können. Das Wort "viele" darf man auch gerne konkretisieren. Waren es 50, 100, 10.000? Quantifizierungen sind ebenfalls Fakten, die man überprüfen kann und die dann auch dazu beitragen, dass ein Bericht seriös wirkt. Verallgemeinerungen erinnern da eher an Kneipenparolen, als an seriöse Berichterstattung. Wenn es ebenfalls nur eine persönliche Vermutung ist, dass der Kommentar von Tine auf ganz Deutschland anzuwenden ist, dann muss das auch als solch eine persönliche Vermutung gekennzeichnet sein, sonst erwarte ich eine professionelle Recherche. In dem Bericht wird behauptet, dass die Schließung von 20 Krankenhäusern der Grund für die Überlastung der Intensivstationen ist. Diese Schlussfolgerung kann ich nicht aus einem Kommentar und auch nicht anhand von Facebook Likes ableiten. Damit streite ich nicht ab, dass die Schließung von Krankenhäusern ein Grund dafür sein könnte, aber das kann doch nicht einfach so ohne weitere Recherche als Fakt behauptet werden. Also weiterhin Fake News!!!

  • #27

    Andy (Sonntag, 18 April 2021 18:59)

    Corona hin corona her.. die Aussagen entsprechen der Wahrheit. Personal sparen wo es geht. Zu welchen Preis. Einfach mal die Stundelöhne erhöhen. Dann lockt man den ein und anderen hinter seiner Couch hervor. So lange man mehr Geld fürs Nichtstun bekommt wird sich nichts ändern.

  • #28

    Pete (Sonntag, 18 April 2021 19:09)

    @Daniel: genau diese Recherche, die sie auf Divi anstellen, finde ich wirklich gut. Um hier zu einem Urteil zu kommen, muss man sich auch intensiv mit den Zahlen beschäftigen und das wurde in dem Bericht nicht getan. Es wurde verallgemeinert und aufgrund eines Kommentares eine sehr simplifizierte Schlussfolgerung veröffentlicht. Ich bin absolut überzeugt davon, dass viele Dinge hinterfragt werden müssen. Das darf im Umkehrschluss aber nicht dazu führen, dass einer oder wenige Faktoren dazu führen ein Urteil herbeizuführen, nur damit man wieder schimpfen kann.

  • #29

    Michael (Sonntag, 18 April 2021 19:15)

    Danke für den ausführlichen Bericht der die Wahre Problematik darlegt. Die Hoffnung stirbt zu letzt, dass sich daran was ändert !!!

  • #30

    Pete (Sonntag, 18 April 2021 19:18)

    @Daniel: nach meinem ganz persönlichen Empfinden kann ich nur bestätigen, dass ein grundsätzliches Problem in unserem Gesundheitssystem herrscht. Ich finde es auch desaströs, wenn Krankenhäuser wie ein Wirtschaftsbetrieb arbeiten oder Pfleger und Ärzte mit teilweise unterirdischer Bezahlung bis an die Leistungsgrenzen schuften müssen. Soweit meine Meinung, aber zurück zum divi. Ich konnte nachvollziehen, dass die Gesamtbelegung relativ gleichbleibend ist, jedoch konnte ich noch nicht nachvollziehen, dass es 1500 weniger Intensivbetten in BW geben sollte. Wo kann ich das nachlesen? Eine weitere Frage, die mir Kopf umhergeht ist: Ist die Behandlung von Corona Patienten von der Intensität gleichzusetzen mit der von nicht Corona Intensivpatienten? Der Anteil der Covid-Patienten ist ja in der Tat wieder steigend und fast auf dem Niveau von Ende Dez. bzw. Anfang Januar.

  • #31

    EE1988 (Sonntag, 18 April 2021 19:35)

    Der Personalmangel ist der Politik bekannt. Die Personaluntergrenzen sind aktuell auch aufgrund der Pandemie ausgesetzt! Jedoch wird natürlich Personal für die Bedienung der Gerätschaften benötigt.

  • #32

    YVI (Sonntag, 18 April 2021 19:42)

    Leider ist das die unverblümt Wahrheit!

  • #33

    R. Dingert (Sonntag, 18 April 2021 19:44)

    Gesundheitswesen, Grundversorgung für Energie sollten vom Staat gefördert werden
    Aber Politiker werden ja nicht krank und ihre Energiekosten können Sie auch gut bezahlen.
    In der Politik gibt's ja gute Nebenjobs.
    Und dann muss mir mal einer erklären warum Flüchtlinge Anspruch auf Hartz 4 haben.
    Der Deutsche soll nur noch arbeiten und die Schnautze halten und die Verbote werden immer mehr. Der Kuddel Muddel in Berlin dient nur zur Erhaltung der Posten für die Politiker.
    Wollen die Deutschland kaputt machen, meiner Ansicht JA.
    BEZAHLT DIE PFLEGEKRÄFT ORDENTLICH, VERBESSERT DIE ARBEITSBEDINGUNGEN.
    Wenn nicht wünsche ich Ihnen die schwersten Krankheiten und kein Personal die euch pflegen.
    MACHT WAS FÜR DEUTSCHLAND!

  • #34

    Isabelle (Sonntag, 18 April 2021 19:46)

    Pete, was glaubst du wenn ich ansetze was ich alles recherchiert habe, dann würde ich in einem Bericht nicht mehr fertig werden. Ich verweise gerne, wenn es dich interessiert auf das Ärzteblatt im Archiv, dann aber bitte angefangen aus dem Jahre 2007, von der Privatisierung bis 2020 zur Schließung der 20 Krankenhäuser. Darum sollte es aber in diesem Artikel nicht gehen. Hier ging es darum, jemand mal zu Wort kommen zu lassen, der hier vor Ort ist und das ganze miterlebt. Der sich mal Luft verschaffen will. Das ich mich natürlich auf die Aussagen verlassen muss, ist klar, dazu gehört Vertrauen. Und jeder hat eben auch seine Sichtweisen, auch das ist klar, jeder erlebt die Realität anders. Und eine absolute Realität einer Sache ist nie zu erreichen, zu viel hängt da drin. Und auch durch genaue Recherchen ist dies nicht zu erreichen. Und das was ich gelesen habe, deckt sich mit den Aussagen von Tine und anderen Pflegekräfte. Dabei bleib ich.....Ich muss mich auch nicht intensiv mit Zahlen beschäftigen, denn auch die wackeln und sind nicht unbedingt immer zuverlässig und aussagekräftig. Hier ging es um etwas anderen. Alles andere ist Haarspalterei...

  • #35

    Mirko (Sonntag, 18 April 2021 19:53)

    @ Peter das mag ja sein, aber das hat ja nichts mit Hochleistungsintensivmedizin zu tun; Diese wird und kann ja auch nicht in solchen Häusern betrieben werden.

  • #36

    Besser L. (Sonntag, 18 April 2021 19:55)

    Ich stimme voll und ganz zu bin auch eine Intensivschwester gewesen und habe aus solchen Gründen aufgehört.

  • #37

    Beifall (Sonntag, 18 April 2021 19:57)

    Es ist schon ein großes Problem mit einer dialektischen Diskussion, wie man hier sieht.
    Empfehle zur Meinungsfreiheit das Buch „Die Selbstgerechten“ von Sarah Wagenknecht.

  • #38

    Grazio Nardelli (Sonntag, 18 April 2021 20:21)

    Den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch meine Befürchtung, der Fachpflegemangel wird weiterhin zunehmen. Hinzu, befürchte ich, daß auch Nachwuchsproblemen auf den großen Kliniken zu erwarten ist. Ob dann, die Politik weiterhin zuschauen wird? Vieleicht, zieht man in Erwägung die Grenzen, wieder, für Fachkräfte aus dem Ausland, aufzumachen. Ehrlich, dieses Szenario macht mir Angst.
    Sehr geehrte Kolleginn, danke für sachliche zutreffende Erläuterung.
    Fakt ist, wir Fachkräfte, machen da weiter, wo die Politik versagt.
    LG aus Unterfranken

  • #39

    Gertrud Hoffmann (Sonntag, 18 April 2021 21:02)

    Die 25.000 Grippetoten sollen... Es waren genau 1.684 Grippetote nachgewiesen. Die restlchen 23.000 nochwas waren geschätzt.
    Die Coronatoten mögen nicht alle an Corona gestorben sein. Fakt ist aber, dass viele Menschen zuhause sterben und davon auch ein Großteil an Corona verstorben sein. Via Schlaganfall, via Herzinfarkt, via Lungenembolie. Nicht getestet? Kein Coronatoter. Was soll nur das ständige Gezanke um mit oder an...?

  • #40

    Gertrud Hoffmann (Sonntag, 18 April 2021 21:08)

    Tine Wagatz ist bekennende Coronaleugnerin und glühende Trumpverehrerin. Alle (anderen) Intensivkrankenpfleger im Saarland sagen anderes. Schauen Sie sich die Aufnahmen aus der Uniklinik an. Betrifft diese Woche, rbb praxis mit eingebettetem Film... Alle sind keine Coronverharmloser. Nur die Betschwester Tine.

  • #41

    Martin (Sonntag, 18 April 2021 21:46)

    Hm, also wenn ich mir das Bild von Tine anschaue und im ersten Absatz steht, dass sie seit 30 Jahren im Intensivbereich arbeitet, frage ich mich in welchem Alter hat sie angefangen? Mit 3??
    Heisst jetzt aber nicht, daß so einiges schief läuft. Bin nur etwas überrascht und kritisch was im Netz zu finden ist

  • #42

    Isabelle (Sonntag, 18 April 2021 21:54)

    Wer mehr über die Hauptursache des Pflegenotstandes wissen möchte, sollte sich auf der Landesärztekammer Hessen informieren, die als Hauptursache die schlechten Arbeitsbedingungen in Krankenhäuser angibt.

    https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2020/september-2020/krankenhausschliessungen-eine-deutsche-diskussion-inmitten-der-pandemie