Die Geburtsstunde des FC Gronig....

Fussballmannschaft der DJK Gronig 1929
Fussballmannschaft der DJK Gronig 1929

Gemeinde Oberthal

Es muss wohl schon im 2. Jahrtausend vor Christus so eine Art Fussballspiel mit dem Namen Ts`uh-küh (mit dem Fuss stoßen) in China gegeben haben. So genau wissen wir das nicht. Was wir aber genau wissen, ist die

Gründungszeit des FC Gronig. Denn als 1926 einige junge Männer in Gronig diesen Verein gegründet hatten, boten sie damit der fussballbegeisterten Dorfjugend die Möglichkeit sich in einem Vereinssport betätigen zu können. Auch wenn die Hosen damals sich schon als recht groß erwiesen, war der Erfolg ebenso groß und zeigte sich nicht nur sportlich, sondern spiegelte sich auch in Zahlen der Mitglieder wider. In früherer Zeit war nämlich jeder 4. Einwohner des Gemeindeteils Mitglied im hiesigen Fussballclub. 

 

Und in den 90ziger, man zählte 350 Mitglieder mit 2 aktiven Mannschaften, 2 AH-Mannschaften, 3 eigenen Jugendmannschaften und 3 weiteren Jugendmannschaften in Spielgemeinschaft, waren sie sicher einer der großen Fussballvereine im Verband. Aufgefallen ist der FC Gronig aber auch in ganz besonderer Weise, auch das darf man erzählen, jedes Jahr wenn früher die große Weihnachtsauslosung bei Sporttoto stattfand, hat der FC Gronig wohl ein Zeichen seiner großen Vereinszusammengehörigkeit gesetzt, dachte sich der Vorsitzende des saarländischen Fussballverbandes und Totodirektor Albert Wagner. 

 

Denn zu diesem Sonderereignis hat der Verein jeweils 10.000 Scheine ausgefüllt, um den Autogewinn, der ausgesetzt war, mit Sicherheit zu erhalten. Aber gehen wir nochmal ein Stück zurück ins Gründungsjahr. Nachdem sich immer mehr Groniger dem Fussball widmeten, musste man auch einen geeigneten Platz zum Spielen finden. Der damalige Jünglings-Verein stellte einen Antrag auf Zuweisung eines Sportplatzes in unserer Gemeinde und fand diesen auf der Kapellenwiese für 5 Fr. als jährliche Miete. 

 

Und auch im Jahre 1926 begann man damit an Pflicht- und Punktspielen teilzunehmen. In unermüdlicher Arbeit wurde nun der Sportplatz hergerichtet, denn die Groniger Elf bestritt bereits im September 1926 ihr erstes Spiel gegen die Sportfreunde Tholey, die schon länger spielten und gegen die man nur knapp den Sieg verfehlte. Von diesem Tage an wurde jeden Sonntag bis zum Winter gespielt. Im Winter hat man dann in Gemeinschaftsarbeit den Sportplatz ,,Kapellenwiese" weiter ausgebaut. Und im Jahre 1927 war Platzeinweihung. 

 

Zwischendurch gab es viele Hochs und Tiefs durch die schlechte wirtschaftliche Lage und Arbeitslosigkeit in den 30er Jahre. Eingestellter Spielbetrieb der Groniger Fussballer die einer damaligen DJK angeschlossen waren. Zudem gab es noch einen gegründeten Fussballverein, der Sportfreunde Gronig, die sich nach einer gewissen Rivalität dann doch zusammen geschlossen hatten und sich dann dem Süddeutschen Fußballbund anschlossen. 

 

Dann kam der 2. Weltkrieg dazwischen, von dem viele Mitglieder und Aktive nicht mehr heimkehrten. Erst nach Kriegsende begann man langsam wieder etwas aufzubauen, Voraussetzung war unter anderem Namen mit der Umbenennung 1946 in FC Gronig. So wurde auch ein neuer Sportplatz in nähe des Dorfes ,,in der Dorfwies" gebaut. Hierzu übernahm der Fussballverband und die Saarländische Landesregierung die Kosten mit einem nicht ganz unbeträchtlichen Eigenleistung der Groniger, die sich auf 1 Million Franc belief. 

 

Und so konnte es denn endlich bergauf mit dem FC Gronig gehen, denn man wurde im Jahre 1955/56 und 1961 Vizemeister. Es gibt sicher viele herausragende Spieler und Trainer zu nennen, das würde aber den Rahmen sprengen und so pick ich mal den ein oder anderen noch heraus. 

 

1976 schaffte man mit Erwin Glod als Trainer und so manchem Neuzugang als Verstärkung auf dem Spielfeld, die Meisterschaft, damals ein Ziel, von dem nur die größten Optimisten zu träumen gewagt hatten. Damit gelang dem Fussballclub der große Wurf, denn auch die 2. Mannschaft erkämpfte sich bereits zum 5. Male hintereinander den Titel. Und das war auch dem Betreuer Anton Kunz, dem Meistermacher vom Momberg zu verdanken. 

 

Auch die Jugend war erfolgreich. 1977/78 wurden sie zum 3. Mal Meister. Und Torschützenkönig durfte Christoph Meisberger mit 35 Toren sich nennen, gefolgt von Gregor Schütz (33) und Thomas Allerchen (26). Erneute Meisterschaft gab es für den FC Gronig im Jahre 1984/85.

 

Mit dem Trainer Edwin Schmidt düste man 1986/87 in die Landesliga. Unter 1000 Besuchern brach frenetischer Jubel im Mombergstadion aus, als die Groniger, verbunden mit dem Aufstieg in die Landesliga, die Meisterschaft gewannen. 

 

stehend v.l: E.Haupenthal, Edwin Schmidt, Michael Ost (Kapitän) Günter Kasper, Bernd Rausch, Franz-Josef Ost, Stephan Junk, Klaus-Peter Ost, Walter Scheid, Guido Riegelmann, Michael Maurer (1. Vorsitzender). kniend v.l: Armin Zick, Christoph Meisberger, Franz-Rudolf Brill, Andreas Paul, Alexander Maurer, Manfred Backes, Stefan Backes, Heribert Neis.

 

l. Kurt Nofts, r. Michael Maurer
l. Kurt Nofts, r. Michael Maurer

Besonders erwähnen möchte ich Kurt Nofts, weil ich ihn sehr schätze und wir oft zusammen im Mombergstadion vor Coronazeiten standen, über die Spiele sprachen und weil ich nicht wusste, dass man ihn zu seinen besten Glanzzeiten, den ,,Bomber vom Dienst", nannte. 

 

Er hatte von  1974 - 1987 in der 1. und 2. Mannschaft 392 Tore erzielt, das ergibt einen Schnitt von 28 Treffer pro Saison. Dafür und als Kapitän der 2. Mannschaft, die er vorbildlich vertrat, bekam er 1988 die goldene Vereinsnadel. 

 

Und 1991 war der FC Gronig sogar zu Gast in der Sportsendung ,,Sport Arena", weil Antonius Ost einen blitzschnellen Anruf beim Saarländischen Rundfunk tätigte. Noch einen sehr erfolgreichen Spieler gab es beim FC Gronig, einem Mann, der mehr als ein Vierteljahrhundert Fussballgeschichte in Gronig geschrieben hatte: Klaus-Peter Ost. Runde 150 mal zappelte sein Ball im Netz, 20 Jahre in der 1. Mannschaft gespielt und als bodenständiger Groniger hatte er die besten Angebote von auswärts dankend abgelehnt. 

 

Und Rudi Schönecker war sogar noch mit 40 Jahren Leistungsträger in Gronig. Und das in der Landesliga. ,,Wer in diesem Alter noch aktiv in der Landesliga spielt, muss über eine tolle körperliche Konstitution verfügen. Er hat immer für den Sport gelebt, später hat er als Co-Trainer den FC Gronig unterstützt.

 

So könnten wir lange noch weiter erzählen über die großen Erfolge des FC Gronig, sei es die enorme Aufholjagd in der Saison 1990/91 als sich die AH-B Spielgemeinschaft, sich die Nordsaarmeisterschaft sicherte mit Spielern aus Gronig, Güdesweiler, Steinberg-Deckenhardt und Oberthal oder 

 

den IBV-Cup, der zum ersten mal 1992 ausgetragen wurde und 1992, 1994 und 1995 der SV Oberthal gewonnen hatte. 1993 war es Steinberg-Deckenhardt. 

 

Aber irgendwann müssen wir mal zum Schluss kommen. Es sollte eine Chronik aus früherer Zeit aufzeigen, die veranschaulicht, dass der Fussballclub Gronig nicht nur sehr erfolgreich war, trotz Höhen und Tiefen, sondern dass er in all den langen Jahren das sportliche Leben bis heute in seinem Ort geprägt hat und sich in früherer Zeit durch großartige Leistungen zu einem der führenden Vereine im Nordsaarkreis  entwickelte. 

 

Isabelle Möller

(Infos aus: Chronik eines Dorfvereins.)

(Bilder: Geschichts- und Heimatverein, Buch FC Gronig)

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