Noch ein neuer Artikel von Manfred Johann über den Stellenwert ,,Handwerk"

Gemeinde Oberthal

Manfred Johann hat noch einen interessanten Artikel über den Stellenwert des Handwerks geschickt:

Kein Dienstleistungsunternehmen und auch keine andere

Wirtschaftskraft, außer dem Online-Handel, hat die Corona-Krise besser überstanden und gemeistert als das Handwerk. Der innovative Mittelstand wird auch weiterhin nicht nur in Deutschland, sondern auch auf internationalem Parkett als Erfolgsmodel „Made in Germany“ gelten.

 

Der Mittelstand ist und bleibt der wichtigste Innovations und Technologiemotor Deutschlands. Das Handwerk und der Mittelstand stellen bundesweit fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und besetzen rund 80 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze. Circa 95 Prozent aller Unternehmen, inklusive Handwerk, sind in Deutschland Mittelständler. Das Handwerk mit all seinen Spezialisierungen und Nischenstrategien können am Markt nur erfolgreich in der Zukunft agieren, wenn sie die Digitalisierung konsequent nutzen und die Herausforderung des Fachkräftemangels langfristig in den Fokus ihrer Hausaufgaben rücken.

 

Das Handwerk ist sich darüber bewusst, dass insbesondere die Ausbildung und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Dauerthema wird, beziehungsweise ein Dauerthema bleibt. In unserer Gesellschaft hat das Handwerk einen hohen Stellenwert, weil wir genau wissen, dass nachhaltige Werte wie es bei dem regionalen Wirtschaftskreislauf bewusst gelebt wird und dass Qualitätsarbeit, Kreativität, Individualität und Kundennähe das Ziel all unseres Tuns ist. Der Kunde möchte einen persönlichen und verlässlichen Ansprechpartner als Berater und Problemlöser haben.

 

Hier ist das Handwerk mit all seinen gut ausgebildeten Gesellen und Meister gefragt. Dass das so bleibt ist unerlässlich und ganz wichtig. An den Schulen werden die Grundlagen für die Zukunft junger Menschen gelegt und darum ist es ganz wichtig, die Schüler für das innovative Handwerk zu begeistern. Wir benötigen kluge und aufgeschlossene junge Leute die genau wissen, dass ihre Zukunft im Handwerk liegt. Nicht nur das Arbeiten mit ökologischen modernen Baustoffen, sondern das Arbeiten mit Computer, oder das Ansteuern und bedienen von CNC-Maschinen ist genau das was die jungen Leute anstreben.

 

Am Ende des Tages sieht man was geleistet wurde und das gelungene Werk was man mit den Händen und von Maschinen unterstützt gefertigt hat und einen jeden mit Stolz erfüllt. Was das Handwerk für junge Menschen besonders attraktiv macht ist die Möglichkeit der Weiterbildung zum Bachelor-Professionell (Meister) bis zum Techniker, Master mit Abschluss, beziehungsweise zum Betriebswirt im Handwerk.

 

Die Beratungsstellen der Handwerkskammer stehen den Berufseinsteigern gerne beratend und kompetent zur Seite. Dort wird aufgezeigt, dass man auch ohne Abitur zu attraktiven und gut bezahlten MINT-Berufen gelangen kann. Zukunftsforscher wie Matthias Horx, oder Marc Morrison bestätigen dem Handwerk gute bis sehr Gute Zukunftsperspektiven. Die größte Herausforderung ist und bleibt der Weg in die Selbstständigkeit, einen Betrieb zu führen und der persönliche Kontakt zum Kunden als Berater und Problemlöser auf Augenhöhe und für seine Qualitätsarbeit respektiert und geachtet wird.

 

Viel Potenzial an attraktiven Aufträgen bietet in Zukunft die Energiewende in Bezug auf Klimawandel, Umweltschutz und Digitalisierung. An der Umsetzung von Nachhaltigkeit ist das Handwerk maßgeblich beteiligt. Vor allem die Bereiche Instandhaltung und ökologische Sanierung von Gebäuden. Große Aufgaben kommen dem Handwerk bei der Umsetzung des regionalen Kreislaufsystems zugute. Dem Elektrohandwerk kommt hier eine besondere Aufgabe zu nämlich das Verlegen und Anschließen von Glasfaseranschlüssen in Gebäude.

 

Die E-Mobilität sowie die Installation von Photovoltaik-Anlagen wird ebenso unter dem Auftrag Energiewende vorangetrieben. An dieser Stelle könnte ich noch mehr Beispiele anführen, um aufzuzeigen welche attraktive, innovative Möglichkeiten durch die Digitalisierung im Handwerk liegt. Das Ziel heißt Handwerk 4.0. Das Lebensmittel produzierende Handwerk wie Bäcker, Müller Gärtner, Metzger, usw. werden ihre Tätigkeiten auf die Kundenwünsche umstellen müssen. Nachhaltigkeit und Gesundes Essen stehen bei den Kunden ganz oben auf der Wunschliste.

 

Der Kunde möchte wissen woher die verarbeiteten Grundprodukte angebaut werden, beziehungsweise kommen. Vieles wird sich verändern, es ist ein Umbruch in Gang gekommen. Bei genauer Betrachtung ist auch die Corona-Pandemie, die uns schon weit über einem Jahr beschäftigt, ein Motor, der für das Umdenken und das bewusstere Umgehen mit der Natur zur Nachhaltigkeit beigetragen hat. Regionale Produkte werden immer attraktiver für eine gesunde Lebensweise und der Erkennung, dass die Natur in all ihren Facetten, Regen, Sonne, Wind, Sturm, Wald, Wasser und auch die Tiere in Ihrer Vielfalt unser Leben bestimmen. Nicht umgekehrt! „Das Handwerk ist Zukunft“

 

Manfred Johann Tischler und Meister

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Leser (Montag, 31 Mai 2021 12:59)

    Vielen Dank für deine Ausführungen, Manfred. Deine Artikel sind die besten auf Saar Heimat. Ohne dich würde viele Menschen nicht merken was wirklich abgeht. Danke dafür!!!